EM 2016

DFB soll Hinweise vertuscht haben

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München – Wie die Süddeutsche Zeitung, der NDR und WDR berichten, soll der Deutsche Fußball-Bund jahrelang Hinweise und Dokumente zurückgehalten haben, die auf eine mögliche Korruption im Bezug auf die WM-Vergabe 2006 hinweisen könnten.

Ominöse Afrika-Hilfe

Dabei berufen sich die Berichte auf die Ermittlungen der Kanzlei Freshfields, die mit der Aufklärung der Sachverhältnisse bezüglich einer möglichen Korruption und dubioser Millionenzahlungen durch den DFB beauftragt worden ist.

Konkret werden dabei die Aussagen des früheren Vize-Generalsekretärs Stefan Hans genannt, der sich zu möglichen Bestechungsversuchen durch den ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach offensichtlich gegenüber Freshfields geäußert hatte. Demnach habe eine ominöse Afrika-Hilfe über sieben Millionen Euro dazu aufgewendet werden sollen, Bolzplätze zu bauen. Diese hätten aber nach der Aussage von Hans „wohl nicht sieben Millionen Euro gekostet“, zitiert die Süddeutsche Zeitung.

Freshfields ermittele daher, „ob diese Millionen-Hilfe ein Ausgleich dafür sein sollte, dass Südafrika die Abstimmung in der FIFA über die WM 2006 gegen Deutschland verloren hatte“.

Niersbach gerät unter Druck

Im Zentrum der Ermittlungen ist weiter die Zahlung von 6,7 Millionen Euro durch den ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus, die er im Auftrag der WM-Organisatoren an die FIFA geleistet hatte, und falsch deklariert an ihn zurückgezahlt wurde. Die Süddeutsche Zeitung zitiert Walter Hans, man habe der Bilanz des DFB nicht entnehmen können, dass eine offensichtlich rechtswidrige Zahlung damit vertuscht werden sollte. Die Rückzahlung wurde als Beitrag zum FIFA-Kulturprogramm getarnt.

Schmiergeldzahlungen abgeheftet

Des weiteren wird berichtet, dass Schmiergeldzahlungen im Vorzimmer von Niersbach abgeheftet wurden. Dabei handelt es sich etwa um eine Zahlung von 250.000 Euro, die ausgerechnet am Tag vor der WM-Vergabe im Jahr 2000 an einen unbekannten Empfänger durch den FIFA-Marketingpartner ILS vorgenommen wurde.

Freshfields will die Untersuchungsergebnisse wohl Ende Februar veröffentlichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

 

Über Max Rinke