Bundesliga

Sky-Stimmen zur BL am Sonntag

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München – Die wichtigsten Stimmen zu den Sonntagsspartien des 22. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): „Natürlich kann ich das nicht jeden Samstag machen. Das darf ich nicht und das weiß ich auch. Ich habe da natürlich eine Vorbildfunktion und der bin ich heute auch nicht gerecht geworden. Das weiß ich auch. Es gibt aber auch Situationen in der Hektik des Spiels, wo man über das Ziel hinausschießt. Das habe ich dann heute wahrscheinlich gemacht, aber das hatte auch Gründe. Das muss man auch sagen. In der Situation hat sich Dortmund einen klaren Vorteil verschafft. Das habe ich versucht zu artikulieren. Natürlich ein bisschen emotional. Dann hat der Schiedsrichter mir aus gefühlten 70 Meter Entfernung gezeigt, dass ich anscheinend auf die Tribüne soll. Ich wollte wissen warum, weil ich kein Gestikdeuter bin, der, wenn der Schiedsrichter die Hand nach oben streckt, sofort weiß, was das jetzt zu bedeuten hat. Natürlich war das vielleicht ein bisschen stur von mir. Vielleicht ist es falsch, aber ich finde schon, dass nicht mein Kapitän, sondern der Schiedsrichter mir sagen kann, dass ich auf die Tribüne muss. Das hat nicht stattgefunden, das habe ich eingefordert. Das war anscheinend ein Fehler. Es tut mir leid, vor allen Dingen für meine Mannschaft. Anscheinend hat das den Schiedsrichter für den Rest der Spielzeit noch einmal maßgeblich beeinflusst, weil sonst hätten wir wahrscheinlich unentschieden gespielt.“

Rudi Völler (Sportdirektor Bayer Leverkusen) ...

… zur zwischenzeitlichen Spielunterbrechung: „Der Schiedsrichter meinte es ein bisschen spannender machen zu müssen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob unser Trainer auf die Tribüne muss oder nicht. Aber das liegt in der Entscheidung des Schiedsrichters. Aber man kann es ihm auch einfach vernünftig erklären. So ein Spiel zu unterbrechen und dadurch so eine Hektik reinzubringen, das war völlig unnötig. Ich verlange von Herrn Zwayer, dass er unserem Trainer das erklärt, egal ob  das in der Regel steht oder nicht. Wenn es anders im Regelwerk steht, dann haben wir wieder etwas dazugelernt. Dann hier so eine Nummer draus  zu machen. Die Spieler müssen reingehen, als wäre hier etwas  Furchtbares passiert, das ist total übertrieben.“
… zur Frage, ob Schmidt der Mannschaft lieber neue Impulse gegeben hätte: „Wissen sie, wer neue Impulse hätte geben können? Der Schiedsrichter und die Linienrichter draußen, wenn er nämlich Handelfmeter gepfiffen hätte. Dann hätte er einen super Impuls geben können. Es war nämlich ein tausendprozentiger Elfmeter. Der Impuls wäre ganz wichtig gewesen. Das ist doch keine natürliche Handbewegung.“

… zum Verhalten von Roger Schmidt: „Das ist doch bei anderen Trainern auch, das braucht man nicht überbewerten. Das macht jeder Trainer ein bisschen, die sind alleunter Hochspannung. Dann fühlt man sich auch ein bisschen ungerecht behandelt. Man kann unseren Trainer auch mal hochschicken, davon geht die Welt ja nicht unter. Das kann passieren, das passiert anderen auch. Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt. Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter? Nicht, wenn das Mikro aus ist, sagen du hast ja Recht. Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man jetzt doch nicht so aufpumpen die Nummer. Man muss die Mannschaften doch nicht reinschicken. Geh doch hin und sag, Herr Schmidt, Sie müssen auf die Tribüne, weil Sie zu laut waren beim vierten Offiziellen. Warum hat er das nicht gemacht?“

Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) …
…zur Frage, ob Schmidt der Mannschaft lieber neue Impulse gegeben hätte: „Ich möchte das nicht kommentieren und da nochmal draufhauen. Es war eine scheiß Situation und unnötig. Auch vom Schiedsrichter. Er hätte ja auch hingehen und es ihm sagen können. Im Endeffekt war es einfach blöd. Wir hatten schwere Beine, aber wir haben nichts zugelassen. Dann kriegst du so ein scheiß Tor und verlierst deswegen. Dass man sich da aufregt, das ist doch normal.“

… zur Situation in der Kabine: „Ich war mit Mats Hummels beim Schiedsrichter drin. Da wurde noch einmal über die Situation gesprochen. Es war ein ruhiges Gespräch. Was soll ich sagen, ich werde keine Einzelheiten mitteilen. Wir haben ganz normal darüber gesprochen. Der Trainer ist in der Kabine geblieben und hat sich das Spiel von drinnen angeschaut. Also ist doch alles in Ordnung.“

Christoph Kramer (Bayer Leverkusen): „Der Freistoß war ein paar Meter weiter hinten, daher kann ich den Ärger verstehen. Ich finde, dass der Schiedsrichter es dem Trainer hätte persönlich sagen können. Es war wohl ein Kräftemessen und damit auch unnötig brisant. Ich habe einen klaren Handelfmeter gesehen. In der Szene kann man von einer Benachteiligung reden.“

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund)…

… zur Frage, ob er die Reaktion von Roger Schmidt verstehen kann: „Ich kann mich natürlich in die Emotionalität reinversetzen und weiß, dass auch Gefühle mal überkochen. Aber ansonsten glaube ich, dass er selber bzw. der Schiedsrichter oder der vierte Offizielle dazu Stellung beziehen und nicht ich. Ich möchte darum bitten, dass man akzeptiert, dass ich nichts dazu sage und das man nicht zu hart mit Roger Schmidt ins Gericht geht. Am Ende war es vielleicht heute einen Tick zu emotional. Ich bin ein Trainerkollege und respektiere alles, was passiert ist.“

… zur Ausführung des Freistoßes und zum möglichen Elfmeter: „Natürlich ist es ein Foul. Der Abstand liegt wahrscheinlich im Ermessensspielraum. Ich denke, dass es so okay ist. Es gab aber auch schon Entscheidungen, in denen es zurückgepfiffen wurde. Wenn der Schiedsrichter die Elfmeterszene so sieht, dann kann und dann wird er es wohl so pfeifen.“

Mats Hummels (Borussia Dortmund)…

…zur zwischenzeitlichen Spielunterbrechung: „Wir wurden vom Schiedsrichter informiert. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wo das Problem liegt. Es war relaxt in der Kabine. Er hat uns den Sachverhalt geschildert und gesagt, dass wir erst weiterspielen können, wenn der Trainer von Leverkusen auf die Tribüne geht. Dann war uns klar, dass er sich nicht so lange weigern wird, dass wir nicht weiterspielen können. Ich kann beide verstehen. Wenn der Schiedsrichter eine Entscheidung getroffen hat, dann muss man sie akzeptieren. Er hat so entschieden und wird die Entscheidung nicht ändern.“

… zur Ausführung des Freistoßes: „Klar, der wird 5,8 Meter entfernt ausgeführt. Erst einmal ist es Foul und der Ball liegt ruhig, das ist keine Frage. Ich muss ehrlich sagen, dass so viele Freistöße teilweise zehn Meter entfernt ausgeführt werden. Ich glaube, dass es völlig richtig entschieden war.“

… zum Handspiel im Dortmunder Strafraum: „Wenn die Hand so weggestreckt ist, dann können wir uns nicht beschweren, wenn er ihn gibt. Wenn ich das so sehe und der Schiedsrichter Elfmeter gepfiffen hätte, dann hätte ich auf keinen Fall gesagt, das ist eine Fehlentscheidung.“

… zur sportlichen Situation: „Natürlich wären wir lieber der schlechteste Erste, das ist klar. Dann hätten wir eine bessere Platzierung. Nichtsdestotrotz spielen wir eine herausragende Saison. Wir wissen, dass die Bayern sehr wenige Punkte liegenlassen. Mit dem Sieg heute haben wir, wenn wir uns nicht ganz dämlich anstellen, Platz zwei oder mindestens Platz drei gesichert. Was nach vorne geht, das können wir nur wenig beeinflussen. Wenn die Bayern keine Punkte liegenlassen, dann haben sie mehr als verdient, dass sie irgendwann mit 94 Punkten Meister werden.“

Schiedsrichter Felix Zwayer …

… zum Platzverweis für Roger Schmidt: „Die Situation hat sich so dargestellt, dass aufgrund wiederholt unsportlichen Verhaltens von Herrn Schmidt der Verweis aus dem Innenraum gegeben war. Dieser ist von mir persönlich ausgesprochen worden über eine gewisse Distanz, aber bei deutlichem Blickkontakt mit Herrn Schmidt. Der Spielführer ist der Ansprechpartner für den Schiedsrichter. Es war für mich weder gegeben noch zwingend erforderlich, in dieser Situation die Nähe des Trainers zu suchen. Der Trainer hat sich der eindeutigen Anweisung des Schiedsrichters widersetzt und eine persönliche Erklärung eingefordert. Das ist in meinen Augen nicht in Ordnung und kein respektvoller Umgang miteinander. Insofern haben wir uns deutlich an die Anweisung gehalten.“

… zum Handspiel im Dortmunder Strafraum: „Das ist regeltechnisch ein strafbares Handspiel und ein Strafstoß. Sehr bedauerlich und eine Fehlentscheidung. Aber für mich persönlich nicht wahrnehmbar und auch für den Assistenten aus seiner Position nicht zu sehen.“

Sky-Experte Peter Gagelmann zur zwischenzeitlichen Spielunterbrechung: „Grundsätzlich ist es so, dass der Spielführer immer der Ansprechpartner für den Schiedsrichter ist. Der Trainer wird dann genauso behandelt wie ein Spieler, d.h. wenn er das Spielfeld nicht verlassen will, dann droht man mit dem Spielabbruch. Das hat der Felix Zwayer gemacht und das ist der normale Weg. Es ist schade, dass der Fußball nicht mehr im Vordergrund steht, sondern man über solche Dinge diskutieren muss, wenn ein Trainer sich so verhält. Ich finde es respektlos dem gesamten Fußball gegenüber. Wir haben am Sonntag tausende von Fußballspielen in der Kreisklasse, wo es häufig Spielabbrüche gibt. Wenn Trainer in der Bundesliga schon den Anweisungen der Schiedsrichter nicht folgen, dann finde ich das sehr traurig und schade. Das ist nicht gut für den gesamten Fußball. Felix Zwayer wird jetzt eine Meldung im Spielbericht machen und alles Weitere geht dann über den Kontrollausschuss.“

Über Max Rinke

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