Bundesliga

Schaaf: Situation ist nicht ausweglos

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München – Am Dienstagabend musste Hannover 96 gegen den VfL Wolfsburg im Niedersachsen-Derby eine empfindliche 0:4 Pleite einstecken. Dabei hatte der 2:1 Sieg vom Samstag gegen den VfB Stuttgart Mut gemacht. Thomas Schaaf wird dennoch den Kopf nicht in den Sand stecken – und blickt schon auf das nächste Spiel gegen seinen Ex-Verein.

Schaaf will die schwierige Situation bewältigen

Hannover 96 kommt nicht weg vom letzten Tabellenplatz. Die 0:4 Niederlage gegen den VfL Wolfsburg bedeutete die sechste Pleite im siebten Spiel 2016. Sind die Niedersachsen überhaupt noch zu retten? Trainer Thomas Schaaf bleibt angesichts der schwierigen Situation gewohnt und ruhig und erklärte im Gespräch mit Sport Bild: „Natürlich bin ich hier in erster Linie angetreten, um die aktuelle Situation zu bewältigen. Und dem gilt auch unsere ganze Konzentration. In zweiter Linie aber auch, um die Situation insgesamt zu verbessern. Das ist nicht auf einen Vertrag ausgelegt, der ein halbes Jahr gilt, sondern auf anderthalb Jahre. Das ist doch Aussage genug.“

Was passiert bei Abstieg? Schaaf geht von Klassenerhalt aus

Schaafs Kontrakt gilt allerdings nur für die 1. Bundesliga. Geschäftsführer Martin Kind erklärte bereits nach der Niederlage gegen den FC Augsburg (0:1), dass der Verein für die 2. Bundesliga plane. Was passiert mit dem Coach bei einem Abstieg? „Wir gehen vom Klassenerhalt aus. Insofern gibt es keine Gedankenspiele bei mir.“ Auch die sechs Neuzugänge konnten noch nicht weiterhelfen. Schaaf rechtfertigte zwar: „In der Hinrunde hat es nicht funktioniert, also haben wir natürlich versucht, alles noch mal zu mobilisieren, damit wir eine Veränderung herbeiführen können. Aber das ist nicht einfach.“ Der kleine Hoffnungsschimmer vom Samstag wurde am Dienstag allerdings wieder brutal zertreten.

Schaaf braucht kein Botox

Ex-Torhüter Tim Wiese fragte in seiner Bild-Kolumne vergangene Woche bereits, warum sich Schaaf die Aufgabe in Hannover antue und er inzwischen Botox für die Sorgenfalten brauche. Der 54-Jährige konterte gewohnt trocken: „Ich bin stolz auf jede Falte, die ich habe! Jede einzelne drückt aus, dass ich sie mir schwer erarbeitet habe. Ich habe nicht nur Dinge angepackt, die ganz einfach sind, sondern habe mich schwierigen Situationen gestellt. Das habe ich in meinem Leben oft genug so gemacht.“

Kellerduell gegen Ex-Verein

Das nächste Kellerduell steht bereits vor der Tür. Am Samstag reist Hannover zum Gastspiel nach Bremen. Die Hanseaten kleben seit Wochen schon auf Relegationsplatz 16 fest. Für Schaaf ist es freilich ein besonderes Spiel – schließlich trainierte er den Klub 14 Jahre lang. Ein vorentscheidendes Duell? „Überlegen Sie mal, wie viele Spiele dann noch kommen. In Bremen wird keine Entscheidung fallen“, nahm er etwas Druck aus dem Kessel und sagte mit Blick auf seine Rückkehr: „Ich freue mich darauf, nach Bremen zurückzukommen. Aber ich habe jetzt einen Job bei 96 zu erfüllen: erfolgreich zu sein.“

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Über Christopher Michel

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