Zorc will Hummels beim BVB halten

München – Sportdirektor Michael Zorc ist vor der Saison mit der Verpflichtung des von vielen Klubs umworbenen Thomas Tuchel ein Coup gelungen. Borussia Dortmund ist wieder auf Kurs und belegt Rang zwei nach der Hinrunde, anders als in der Vorsaison, als die Schwarz-Gelben sich noch im Abstiegskampf befunden hatten. Über die Hinrunde hat Zorc nun ein positives Fazit im Interview mit dem kicker gezogen, dabei nahm er Torwart Roman Bürki vor Kritik in Schutz und betonte, den Vertrag mit Kapitän Mats Hummels verlängern zu wollen.

TO GO WITH AFP STORY BY CORALIE FEBVRE Dortmund´s team sports manager Michael Zorc sits on the bench prior to the German first division Bundesliga football match Borussia Dortmund vs Bayer Leverkusen in Dortmund, western Germany on August 23, 2014. Dortmund, the only German football club listed at the stock market, is to implement a capital increase, that could generate up to 115 million euros. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE DURING MATCH TIME TO 15 PICTURES PER MATCH. IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO IS NOT ALLOWED AT ANY TIME. FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050. (Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)
Michael Zorc gewann als Profi mit Borussia Dortmund die Champions League 1997 Foto: PATRIK STOLLARZ / AFP / Getty Images

Note „gut bis sehr gut“ für die Hinrunde

„Ich bewerte die erste Saisonhälfte mit gut bis sehr gut“, betonte Zorc gegenüber dem kicker. Natürlich habe die Niederlage zuletzt mit 1:2 beim 1. FC Köln geschmerzt, „wenn man aber die Hinrunde als Gesamtpaket betrachtet, muss man festhalten, dass wir unsere Ziele mindestens erreicht, wenn nicht sogar übertroffen haben“, sagte Zorc und ergänzte: „In der Liga war die erste Saisonhälfte sogar außergewöhnlich gut. Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

Tuchel habe Erwartungen mehr als erfüllt

Trainer Thomas Tuchel habe die Erwartungen zudem mehr als erfüllt. „Schon die ersten Gespräche mit Thomas Tuchel verliefen sehr konstruktiv und zielführend. In vielen Punkten ähnelten sich unsere Vorstellungen. Insofern hatten wir schon gehofft, dass er mit seinem Input und mit seiner Strategie bei uns sehr, sehr viel bewirken kann. Das ist über die Maßen eingetroffen“, lobte Zorc den BVB-Coach. Tuchel sei in dieser Phase der „perfekte Trainer“ für den BVB, so Zorc.

Thomas Tuchel legte eine einjährige Pause vom Job ein, bevor er den BVB im Sommer übernommen hat. Foto: PATRIK STOLLARZ /AFP /Getty Images
Thomas Tuchel hatte vor seiner Vertragsunterzeichnung beim BVB ein Jahr eine Pause eingelegt. Foto: PATRIK STOLLARZ /AFP /Getty Images

„Mit 38 Punkten noch nichts erreicht“

In der Rückrunde hofft Zorc auf die Bestätigung der Leistung aus der Hinrunde. „Wir haben Maßstäbe für uns selbst gesetzt durch unsere Leistungen, durch die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben. Was das angeht, möchten wir in der zweiten Serie Nachhaltigkeit herstellen“, sagte der 53-Jährige, schränkte jedoch ein: „Durch 38 Punkte aus 17 Spielen haben wir noch nichts erreicht.“

Feilen an der Defensive

Zu den wenigen Kritikpunkten beim BVB zählt wohl die verhältnismäßig hohe Zahl an Gegentoren: 23 waren es in der Bundesliga. „Bei unserer dominanten Spielweise kommt es darauf an, die Konzentration extrem hochzuhalten, wenn der Gegner in Ballbesitz ist. Das ist uns nicht immer gelungen“, bemängelte Zorc.

„Champions-League-Duell“ mit Porto

In der Europa League trifft Dortmund in der Runde der letzten 32 Teams auf den FC Porto. Für Zorc ein sehr attraktives, aber auch schweres Los. Porto sei „ein Gegner mit extremer internationaler Erfahrung. Eigentlich ist das ein Champions-League-Duell, es wird nicht einfach, sich durchzusetzen“, erklärte Zorc.

Wintertransfers seien beim BVB möglich

Der Sportdirektor deutete darüber hinaus an, womöglich noch im Winter auf dem Transfermarkt tätig zu werden. „Generell würde ich nie etwas ausschließen, wir sind immer daran interessiert, unseren Kader zu optimieren“, versicherte Zorc und sagte: „Es geht nicht nur um die Quantität. Man muss auch schauen: Welche Möglichkeiten gibt es, die Mannschaft zu verbessern? Wo macht es Sinn? Wir sind da schon sehr selektiv unterwegs.“

Begeistert von „Schnäppchen“ Weigl

Begeistert äußerte sich Zorc über Newcomer Julian Weogl, der vor der Saison für die Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro vom Zweitligisten 1860 München nach Dortmund gewechselt war und nun zum Stammspieler avancierte. „Von Weigl hatten wir uns sehr viel versprochen – aber eher mittelfristig. Dass er so früh dieses hohe Niveau spielt, und dann mit dieser Konstanz, kam sogar für mich etwas überraschend, obwohl wir ihm einiges zugetraut hatten“, sagte Zorc und jubelte: „Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir ihn zu einem Schnäppchenpreis bekommen konnten, wenn ich das so sagen darf.“

Vertragsgespräche mit zahlreichen BVB-Stars stehen an

Für Zorc stehen nun zahlreiche Vertragsgespräche mit BVB-Akteuren an. Henrikh Mkhitaryan, Ilkay Gündogan, Marcel Schmelzer oder Sven Bender zählen dazu, und, wie Zorc nun bestätigte, auch Kapitän Mats Hummels soll dem BVB treu bleiben. „Wir haben immer gesagt, dass wir unsere Leistungsträger an uns binden wollen“, untermauerte Zorc und führte mit Bezug auf die Dortmunder Stars aus: „Wir wären froh, wenn wir es in den nächsten Monaten schaffen würden, mit ihnen zu verlängern.“

Zorc nimmt Bürki in Schutz

In Schutz nahm Zorc den zuletzt von Berichterstattern kritisierten Torwart Roman Bürki. „Natürlich ist ihm der eine oder andere Fehler unterlaufen“, sagte Zorc: „Trotzdem hat er unser Spiel mit seinem Torwartspiel bereichert. Auch in Köln vor gut zwei Wochen hatte er bis zur 82. Minute ein Topspiel abgeliefert. Erst dann profitierte Zoller von einem missglückten Abspiel.“ Die Kritik an Bürki sei deshalb als „reines Medienthema“ abzutun.

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