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Fan kehrt wegen Katar-Reise Bayern den Rücken

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München – Die Aspire Academy in Doha bietet perfekte Rahmenbedingungen für ein Wintertrainingslager. Unter der Sonne lockt satter Rasen die Männer von Trainer Pep Guardiola. Doch die abermalige Reise des FC Bayern München in das Land sorgt bei einigen Fans für Unmut.

Austritt beim FC Bayern

Unter anderem haben einige Vertreter ihre Meinung in persönlichen Gesprächen mit dem Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge ihren Missmut zum Ausdruck gebracht. Einen Schritt weiter ist Yalcin Imre gegangen. Er ist langjähriger Fan des deutschen Rekordmeisters, betreibt einen Podcast, der von Zehntausenden gehört wird. Er wird ab Sommer kein Mitglied mehr des FC Bayern München sein.

Entscheidung reiflich überlegt

Diese Entscheidung sei nicht über Nacht und spontan gefallen, sondern sei „ein Produkt aus vielen Erlebnissen in und um die Spiele in der Arena, Gesprächen mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern, vielen Journalisten, dem Besuch der außerordentlichen Mitgliederversammlung 2014 und vor allem den Handlungen und Aussagen des Vereins in Form von Interviews und Pressemitteilungen zu vielen Themen, darunter auch Menschenrechte und die eigenen (Geschäfts)Beziehungen u.a. mit Katar“, schrieb Imre auf seiner Facebook-Seite.

Die erneute Reise nach Katar und die Erklärungsversuche des Vereins „brachten das Fass zum Überlaufen“. So hat Vorstandschef Rummenigge unter anderem erklärt, dass ein Trainingslager „keine politische Äußerung“ sei. „Niemand sollte Dinge vermischen, die nicht zueinander gehören“, verteidigte der Ex-Stürmer das Trainingslager in Doha.

„Menschenrechtlich vertretbare Alternativen“ gibt es genügend

Der Klub ist nach reiflicher Überlegung und nach Prüfung anderer Orte für das Wintertrainingslager zu dem Entschluss gekommen, erneut die Aspire Academy zu buchen. Für den Fan Imre können die noch so perfekten Trainingsbedingungen kein Argument sein: „Dazu gibt es weltweit genügend gute und menschenrechtlich vertretbare Alternativen.“ Andere Bundesligisten wie der FC Schalke 04 reisen beispielsweise in die USA nach Florida, wo es zu dieser Jahreszeit ebenso warm ist.

Aber nicht nur die Entscheidung für die Rückrundenvorbereitung hat Yalcin Imre, seit 2006 Mitglied und seit über 20 Jahren Bayern-Fan, mächtig geärgert. Es sind viele Dinge, die beim FC Bayern München falsch laufen. „Da wird zum Beispiel einem verurteilten Straftäter gehuldigt, auch mit stehenden minutenlangen Ovationen“, monierte der Fan. Eine Anspielung von Yalcin Imre auf Ex-Präsident Uli Hoeneß, der wegen eines privaten Steuervergehens eine Gefängnisstrafe derzeit absitzt, zuvor aber von zahlreichen Fans noch großen Applaus für seine Verdienste um den FC Bayern erhalten hatte.

Rückkehr zu Bayern „fast utopisch“

Für Yalcin Imre steht fest: „Ich will nicht (mehr) als Vereinsmitglied von der Führung vertreten werden, die bei diesen Partnerschaften immer wieder und wieder die Abwägung vollzieht und sich dann doch für das Geld (oder eben anderes gerade nützliches) entscheidet.“

Eine Rückkehr als Mitglied hält er auf Nachfrage von fussball.news für „fast utopisch, wenn man bedenkt in welchen Dimensionen der FCB denkt und arbeitet“.


Die vollständige Erklärung von Yalcin Imre auf seiner Facebook-Seite:

http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-mein-verein-mein-vorbild-1.2805634Gestern habe ich mich mit Benedikt…

Posted by Fehlpass Fussball Podcast on Tuesday, 5 January 2016

Über Fabian Biastoch

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