Noch keine Gespräche über Hummels‘ Zukunft geführt

München – Mats Hummels durchlebte mit Borussia Dortmund eine aufregende Hinrunde, in der der Weltmeister nach einem starken Saisonstart zur Mitte der Spielzeit in die Kritik geraten war. Im Gespräch mit den ruhrnachrichten blickt der Kapitän des BVB auf die Hinrunde zurück und äußert sich zu der zum Teil negativen Bewertung seiner Leistungen.

during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and FC Bayern Muenchen at Signal Iduna Park on April 4, 2015 in Dortmund, Germany.
Mats Hummels (rechts) kann die mediale Kritik nicht ganz verstehen. Foto: Sascha Steinbach/Getty Images

Hummels zufrieden mit seiner Leistung

„Ich habe mir die bisherige Saison im Urlaub natürlich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Ich sehe einige Dinge nach wie vor anders als sie medial dargestellt wurden“, ist Hummels nicht ganz mit der Darstellung seiner Performance einverstanden, fügt aber selbstkritisch an: „Ich weiß, dass ich einige Fehler gemacht habe. Aber das Wichtigste war für mich, dass das große Ganze richtig gut war.“

Torgefährlicher Abwehrspieler

Mit dem BVB, für den er in 16 von 17 Bundesligaspielen auf dem Feld stand, rangiert der 27-Jährige nach der zweitbesten Hinrunde der Vereinsgeschichte auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit zwei Treffern und zwei direkten Torbeteiligungen war der Abwehrspieler an überdurchschnittlich vielen Toren seiner Mannschaft direkt beteiligt. Hinzu kommt viermal der vorletzte Pass vor einem schwarz-gelben Erfolgserlebnis. „Ich denke, dass mein Niveau in dieser Saison deutlich höher war, als es mir von außen nachgesagt wurde“, will Hummels die scharfe Kritik an seiner Person nicht komplett zulassen.

Spieler, der seine Meinung äußert

„Es gibt Spieler, die allgemein als Problemfälle gelten – nur weil sie Dinge sagen, die 90 Prozent der anderen Spieler auch denken, es aber lieber nicht aussprechen“, glaubt Hummels den Grund für die aus seiner Sicht überzogene Kritik zu kennen: „Ich habe keine Lust, jedes Mal nur 08/15-Sätze von mir zu geben. Ich fände es wirklich sehr interessant, wenn einfach mal jeder sagen würde, was er wirklich denkt.“

Er weiß, dass er als Innenverteidiger immer das vorletzte Glied in der Kette ist. Nur der Torhüter kann einen Schnitzer des letzten Feldspielers in der Regel ausbügeln. „Es wird nie einen Abwehrspieler geben, der ohne ein verschuldetes Gegentor durch die Saison kommt“, ist sich Hummels dieser Situation bewusst.

BVB-Star verfolgt die Medien

Hinzu kommt, dass Hummels ein Profi ist, der sich und seine Leistungen stark reflektiert und auch die Berichterstattung in den Medien verfolgt: „Ich lese leider immer noch vieles von dem, was über mich geschrieben wird. Vielleicht auch zu viel. Davon habe ich mich beeindrucken lassen und hatte dadurch Angst vor dem nächsten Fehler. Das hemmt natürlich.“

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - JULY 13: Mats Hummels of Germany celebrates with the World Cup trophy after defeating Argentina 1-0 in extra time during the 2014 FIFA World Cup Brazil Final match between Germany and Argentina at Maracana on July 13, 2014 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)
Mats Hummels nimmt auch bei der EM die Trophäe ins Visier. Foto:  Laurence Griffiths/Getty Images)

Starker Zweikämpfer

Zum Ende des Jahres zeigte Hummels, der in der Hinrunde knapp 70% seiner Zweikämpfe gewinnen konnte, seine alte Form. Diese will er bis zur Europameisterschaft halten. „Die EM ist ein Riesenevent. Die Generation, die gerade spielt, hat dieses Turnier noch nicht gewonnen. Das ist ein riesiges Ziel für uns.“

Zukunft noch kein Thema

Bevor das Turnier im Juni in Frankreich starten wird, sollte auch Hummels Zukunft geklärt sein. Sein Vertrag beim BVB läuft 2017 aus. Die Borussia möchte den Kontrakt gerne verlängern. „Wir sind tatsächlich noch komplett ohne Gespräche. Ich habe ja vor der Saison gesagt, dass ich mir dieses Jahr erst einmal anschauen möchte“, macht Hummels seine Zukunft von der Entwicklung beim BVB abhängig: „Für mich ist wichtig zu sehen, wie gut wir sind und wie gut wir in Zukunft sein können. Ich verspüre überhaupt keinen Zeitdruck. Vom Verein hat mir auch niemand Druck gemacht bisher.“

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