Historie

Als der Spruch „die nächste deppate Frog“ Kult-Status erhielt

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München – Dieses Interview gilt im deutschsprachigem Raum als legendär: Günther Neukirchner, Spieler von Sturm Graz, fühlte sich nach einer deutlichen Derby-Pleite im Februar 2005 von Sky-Reporter (damals Premiere) Gerhard Krabath provoziert und ließ fortan seinen Gefühlen freien Lauf. Mit dem Spruch „des is die nächste deppate Frog“ – sinngemäß übersetzt: die nächste idiotische Frage – keilte Neukirchner mehrfach Richtung TV-Mann Krabath zurück.

Der Vorlauf zum Interview

Wie es zu dem großartigen Wortgefecht kam? Es war Derby-Zeit in Graz, der zweiten Fußball-Hochburg in Österreich neben der Hauptstadt Wien. Das Duell zwischen dem SK Sturm Graz und dem Grazer Athletiksport Klub (GAK) besaß einen ähnlichen Stellenwert wie das Derby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli in Deutschland. Besagter Neukirchner spielte sein Leben lang für Sturm Graz, machte die glorreichen Zeiten zur Jahrtausendwende in der Champions League mit und feierte drei Meistertitel mit den „Blackies“.

Deftige Pleite gegen Stadtrivale GAK

Nun aber, im Februar 2005, kassierte Sturm gegen den Erzrivalen und amtierenden Meister GAK eine deftige 0:4-Pleite. Neukirchner, total gefrustet, stellte sich dennoch direkt nach dem Schlusspfiff den Fragen von Krabath, TV-Reporter von Premiere Österreich (das heute als Sky Sport Austria firmiert). „0:4 im Derby gegen den GAK. Günther Neukirchner, wie froh sind Sie denn, dass der Schiri jetzt abgepfiffen hat?“, leitete Krabath das Interview ein – der Startschuss für ein legendäres Gespräch.

„Die nächste deppate Frog“ ist im österreichischem Dialekt im Youtube-Mitschnitt von Sky zu hören.

Neukirchner: „Habe mich nicht mehr erkannt“

2015, zum zehnjährigen Jubiläum, befragte die österreichische Kronen-Zeitung in einem Video-Interview Neukirchner zu seinem Auftritt. Rückblickend erklärte der nunmehr 43-Jährige: „Wenn ich mir das Interview danach angeschaut habe: Ich habe mich da nicht erkannt. So impulsiv konnte ich zwar während eines Spiels sein, aber dass ich so impulsiv bei einem Interview aufgetreten bin – das war für mich neu.“

Er hält an Kernaussagen fest

Inhaltlich, führte Neukirchner aus, stehe er weiterhin zu seiner Kernaussage: „Mir geht es um den Inhalt einer Frage. Aber um mein Wohlbefinden nach einer Niederlage – das interessiert, glaube ich, keinen.“ Der frühere Nationalspieler legte nach: „Viele Reporter zeichnet es ja aus, dass sie treffende Fragen stellen. Dann kann man auch etwas Passendes dazu sagen.“

Lob auch aus Deutschland

Die Rückmeldungen zu seinem Interview seien „durchweg positiv“ gewesen, so Neukirchner weiter, selbst aus Deutschland habe er zustimmende Fan-Mails erhalten. „Ich war vielleicht ein Vorreiter. Einer, der die Fragen nicht so hingenommen hat, wie es üblich ist, und einmal Kontra geboten hat“, sagte Neukirchner, der andeutet, dass er nach dem Interview offenbar unter Druck gesetzt wurde.

Drohung gegen Neukirchner

„Zur damaligen Zeit hat man mir gesagt: Ich werde nie wieder zu einem Interview geholt werden. Man wird mich nie mehr interviewen“, betonte Neukirchner und ergänzte: „Mittlerweile war ich zwei Mal im Sky-Studio als Gast eingeladen und habe schon diverse Interviews gegeben.“ 2007 beendete Neukirchner seine Laufbahn als Profi, dem Fußball und seinem Verein ist er aber treu geblieben: Bei Sturm Graz arbeitet er derzeit als Co-Trainer der U23-Mannschaft.

Link zu krone.at: Neukirchner erklärt Beweggründe

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