2. Bundesliga

Rangnick: Fernziel Europa

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München – Ralf Rangnick will mit RB Leipzig so schnell wie möglich in die Bundesliga. Im Interview mit der Sport-Bild spricht er über das Fernziel Europa, Millionen aus England und mögliche Veränderungen im deutschen Fernsehen.

„Streben an, irgendwann europäisch zu spielen“

Als Tabellenführer geht RB Leipzig in die letzten 15 Spiele der 2. Bundesliga. Trainer Ralf Rangnick denkt aber schon weiter. „Auch wenn wir aktuell noch Zweitligist sind, werden wir uns zukünftig natürlich an die Regeln des Financial Fairplay halten“, sagte Rangnick der Sport-Bild. Das verdeutlicht seine hohen Ambitionen, denn die Regelung gilt nur für Klubs, die europäisch spielen. Das Potenzial sei laut Rangnick gegeben. „Perspektivisch ist es nicht unrealistisch, an einem Standort wie Leipzig und mit den Möglichkeiten und der klaren Philosophie, die wir haben, irgendwann auch einmal anzustreben, europäisch zu spielen“, sagte der 57-Jährige. Stadt und Verein seien „attraktiv und sexy“.

„Kolpotierte Ablöse Beleidigung unserer Intelligenz“

Bei einer positiven Entwicklung würde sich der Coach auch über Anfragen für seine Spieler nicht wundern. Der FC Liverpool soll angeblich schon jetzt an Emil Forsberg dran sein und neun Millionen Euro bieten. „Emil ist für uns unverkäuflich“, macht Rangnick klar und ergänzt: „Die kolportierte Ablösesumme aus England ist eine Beleidigung unserer Intelligenz!“ Als Vergleich nennt er den Transfer des recht unbekannten Benik Afobe vom englischen Zweitligisten Wolverhampton zu Bournemouth für 13 Millionen Euro.

Rangnick stellt Sportschau und Sportstudio in Frage

Auf die finanzielle Entwicklung in England durch neue TV-Verträge müsse man auch in Deutschland reagieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. „Die Lücke zu England ist im ersten Step nicht zu schließen“, meint Rangnick. Man müsse einen Schritt nach dem anderen machen. „Natürlich geht es um Exklusivität“, sagte der RB-Trainer. „Momentan sind Sportschau und aktuelles Sportstudio in Deutschland noch unantastbar. Aber auch hier muss es erlaubt sein, über neue Rahmenbedingungen nachzudenken.“ Auch die Klubs müssten bereit sein, neue Wege zu gehen. Derzeit sieht er Deutschland in der Infrastruktur im Vorteil, weil viele Vereine ihr Geld in Steine statt in Beine investiert hätten. „Und im Scouting­bereich sind wir auch sehr gut aufgestellt“, meint Rangnick.

Über Carsten Ruge

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