2. Bundesliga

200.000 Fans in der Stadt sehnen Aufstiegsparty des VfB herbei – Würzburger „Minimalisten“ hoffen auf 1:0-Sieg

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München – Der VfB Stuttgart empfängt am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2016/17 die Würzburger Kickers. Während der VfB den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen will, stehen die Gäste aus Unterfranken kurz vor dem Abstieg in die 3. Liga. Die Vorschau von fussball.news.

VfB dankt Bielefeld

VfB-Stuttgart-Coach Hannes Wolf ist Arminia Bielefeld sehr dankbar. Die Ostwestfalen, vom Abstieg bedroht, besiegten am vergangenen Spieltag Aufstiegsaspirant Eintracht Braunschweig mit 6:0. Damit hat der VfB nicht nur drei Zähler Vorsprung auf Braunschweig und Relegationsrang drei – sondern auch noch zehn Tore. Dass Stuttgarts Aufstieg missglückt, ist nur noch ein theoretisches Szenario. Natürlich aber will der VfB auch gegen Würzburg Top-Leistung abrufen. Wolf will mit dem VfB die Zweitliga-Meisterschaft einfahren – aber er will auch nicht, dass der Abstiegskampf verzerrt wird. Denn die Würzburger als Tabellen-Siebzehnter könnten mit einem Sieg noch Bielefeld Richtung 3. Liga stürzen. Die Stuttgarter wollen sich aber bei Bielefeld für die Steilvorlage vom 33. Spieltag revanchieren. „Arminia hat uns sehr geholfen. Jetzt können wir ihnen mit einem Sieg helfen, in der Liga zu bleiben“, betonte Hannes Wolf.

Mega-Party am Sonntag

Hinzu kommt die große Euphorie in Stuttgart. Zuletzt vor zehn Jahren gab es beim Meistertitel 2007 so viel Zuspruch der Fans für den VfB. In dieser Saison kamen im Schnitt rund 50.000 Zuschauer in die Mercedes-Benz-Arena – und gegen Würzburg wird es neben dem ausverkauften Stadion mit rund 60.000 Fans nochmal 60.000 Fans beim Public Viewing am Cannstatter Wasen geben. Die zahlreichen Supporter, die in der Stadt selbst in Cafes und Kneipen mitfiebern, dürften für eine abendliche Aufstiegsparty mit rund 200.000 Fans sorgen. Als Orientierung: In Stuttgart selbst wohnen rund 640.000 Menschen.

0:3-Niederlage gegen Würzburg in der Hinrunde

Zwei Ereignisse sind zudem bemerkenswert: Genau vor 40 Jahren stieg der VfB Stuttgart zum 1. Mal in die Bundesliga auf – und verweilte 39 Jahre im Oberhaus. Und: Beim Hinspiel in Würzburg verlor Stuttgart mit 0:3! Es war wohl kurz vor der Weihnachtspause ein Weckruf an die Profis, dass es mit derart schwachen Leistungen nichts werden würde mit dem Wiederaufstieg. „Die Niederlage hat uns demütig gemacht“, sagte Hannes Wolf nun vor dem Wiedersehen mit Würzburg.

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Respekt vor Würzburg

Die Schwaben kauften nach dem 0:3 in der Winterpause Spieler hinzu – Green, Brekalo, Ofori und Onguene kamen. Wolf zog zudem die Zügel an. Am Ende nun wohl mit Erfolg. Das ersatzgeschwächte –  es fehlen Jean Zimmer (Knöchelprellung), Jens Grahl, Hans Sarpei (jeweils Meniskusoperation), Carlos Mane (Knorpelschaden) und Jerome Onguene (U-20-WM) -, aber heimstarke Stuttgart dürfte gegen spielerisch limitierte Franken einen klaren Kantersieg einfahren und den Aufstieg feiern, auch wenn Wolf die Vorfreude bremst. „Wir wollen nicht die sein, die so einen Vorsprung verspielen. Deswegen bleiben wir fleißig“, so der VfB-Coach. Die Würzburger seien in ihren Spielen oft vom Pech verfolgt gewesen und nicht einfach zu bespielen, führte der frühere Dortmunder Jugendcoach aus. Würzburg agiere mit hohen Bällen schnell nach vorne, seine Mannschaft müsse defensiv eine sehr konzentrierte Leistung abliefern, um den Kickers nicht zu viel Spielraum zu bieten.

Hollerbach glaubt an Minimalchance

Die Franken mit Trainer Bernd Hollerbach glauben noch an ihre Chance auf den Klassenerhalt. Würzburg muss als Tabellen-Siebzehnter zwingend gewinnen, gleichzeitig müssen aber auch die zwei Zähler vor den Kickers liegenden Bielefelder (in Dresden) und Münchner (in Heidenheim) patzen. „Ich war immer ein Kämpfer“, sagte Bernd Hollerbach vor der Partie und betonte: „Aufgeben gibt’s bei mir nicht!“ Hollerbach, der auf die mit Gelb gesperrten Stammspieler Lukas Fröde und Elia Soriano verzichten muss, kündigte an: „Wir werden gegen den VfB alles reinwerfen und mutig agieren.“ Seine Hoffnung: „Vielleicht reicht ja ein Treffer zum Sieg.“

Über Daniel Michel

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