Champions League

„Altes gegen neues Geld“: Paris empfängt Real zum Topspiel

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Die Spiele mögen beginnen! Am Dienstag (20.45) empfängt Paris Saint-Germain Titelverteidiger Real Madrid zum Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales. Können die Königlichen den 3:1-Vorsprung verteidigen? Für Trainer Unai Emery ist bei einer Niederlage wohl endgültig Schluss beim französischen Topklub.

Über 600 Millionen Euro: So viel Geld hat der katarische Klubpräsident Nasser Al-Khelaifi in den vergangenen drei Jahren in Neuzugänge investiert. Gegen Real fehlt ausgerechnet die Kirsche auf der Torte: Neymar wird nach seiner Operation am Fuß bis Saisonende ausfallen und kann sein prall gefülltes Scorerkonto (29 Tore und 19 Vorlagen in 30 Partien) nicht weiter auffüllen.

Emery muss liefern

Emery steht gewaltig unter Druck, ihm hängt die 1:6-Niederlage aus dem Vorjahr gegen den FC Barcelona noch nach. Er sagte trotz dieser für ihn so schwierigen Ausgangslage: „Mit der Unterstützung der Fans werden wir Real im Prinzenpark leiden lassen. Es wird das wichtigste sein, mit dem Herzen zu spielen.“ Doch genügt die mentale Stärke für einen Erfolg gegen Real? Sollte er erneut patzen, wäre wohl spätestens im Sommer Schluss für ihn. Emery steht in der Kritik, sein Umgang mit Stars wird durchaus skeptisch gesehen. Bei den Elfmeterstreitereien zwischen Neymar und Edison Cavani verpasste er es, hart einzugreifen und ein Machtwort zu spreche. Die Sonderbehandlung für den brasilianischen Superstar nerven die Akteure und dem Coach fehlt womöglich die Klasse und nötige Erfahrung, dies richtig zu handlen. Mit einem 2:0-Heimsieg könnte er sein Image aber gewaltig aufpolieren.

Real vereint Erfahrung und individuelle Klasse

Die Königlichen bieten viel Klasse auf und haben dazu enorme Erfahrung auf dem Feld. Um nur einige Namen zu nennen: Cristiano Ronaldo, Karim Benzema, Gareth Bale, Sergio Ramos oder Toni Kroos standen bei den beiden Titelgewinnen 2016 und 2017 auf dem Platz, das erstgenannte Quartett bereits 2014. Im Hinspiel wehrten sie sich mit vereinten Kräften gegen Paris, die den Madrilenen das Leben mit Tempo und Offensivstärke schwer gemacht haben.

Zwei Systeme treffen aufeinander

Es ist nicht nur ein Duell auf Augenhöhe, sondern auch die Begegnung zwischen „neuem und altem Geld“. Real war vor allem zu Beginn des neuen Jahrtausends dafür bekannt, jährlich einen „Galaktischen“ zu verpflichten. Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo oder David Beckham – die Transferrekorde purzelten, kaum eine Mannschaft in Europa konnte da noch mithalten.

Real holte 2013 zuletzt einen „Galaktischen“

Inzwischen hat sich das Verhältnis umgekehrt. Während Real inzwischen viele junge Akteure aus der Primera Division holt und zuletzt 2013 bei Bale wirklich tief in die Tasche griff, hat PSG den Kader mit Neymar und Kylian Mbappe für zusammen 400 Millionen Euro kostspielig aufgerüstet. Welches System setzt sich am Dienstag unter Spielleitung vom deutschen Spitzenschiedsrichter Dr. Felix Brych durch?

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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