Bundesliga

Bierhoff plädiert für Beibehaltung der Winterpause

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Wenn am Freitag (20.30 Uhr) die Partie zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München angepfiffen wird, hatten die beiden Teams nur 23 und 22 Tage Pause. Sollte die Auszeit im Winter ganz wegfallen und ähnlich, wie in den anderen großen Ligen, voll durchgespielt werden? Die Verantwortlichen warnen vor einer solchen Entwicklung.

VfB-Trainer Hannes Wolf sagte dem kicker: „Sie ist einfach gesund für Körper und Psyche. Selbst wenn es nur zehn Tage sind, ist der kurze Ausstieg ganz wichtig.“ Christian Streich, Coach beim SC Freiburg, sah dies ganz ähnlich: „Die Leute, die sechs Monate am Stück gearbeitet haben mit dreimal ein paar freien Tagen in den Länderspielpausen – welche die Nationalspieler nicht mal haben – , müssen sich in einer Pause erholen und sich regenerieren.“

Unterschied bei WM zu sehen

Das Thema Regeneration war häufig ein wichtiger Unterschied, wenn es im Mai oder dann bei einer Weltmeister im Juni und Juli um die ganz großen Entscheidungen ging. Da wirkten vor allem englische Teams und Nationalmannschaften nach 38 Saisonspielen samt FA-Cup, Ligapokal und internationalem Wettbewerb, müde und ausgelaugt. Bundestrainer Joachim Löw konnte, bei der WM 2014 bestens praktiziert, auf einen frischen und fit wirkenden Kader zurückgreifen. Er konnte im Trainingslager ganz gezielt Schwerpunkt setzen und musste nicht das Thema Regeneration in den Vordergrund rücken.

Bierhoff plädiert für Beibehaltung der Winterpause

„Ruhepausen in einem vollen Terminkalender sind immer sinnvoll und nützlich, und die Vergangenheit hat bewiesen, dass dies kein Nachteil war“, mahnte auch DFB-Manager Oliver Bierhoff. Es ist dennoch ein schwieriger Spagat: Die Sponsoren und TV-Anstalten wollen am liebsten dauerhafte Präsenz, doch ohne die nötigen Verschnaufpausen wird die Qualität – über die aktuell intensiv auf allen Ebenen diskutiert wird – noch weiter sinken. „Man muss Verständnis für geänderte Rahmenbedingungen haben und die daraus resultierenden anderen Termine“, sagte Bierhoff und forderte unmissverständlich: „Wir müssen uns darauf einstellen und lernen, damit umzugehen.“

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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