Bundesliga

Bobic frohlockt: „Wolf hat sich super entwickelt“

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Aus Frankfurt für fussball.news berichtet Christopher Michel

Wenn bei der Frankfurter Eintracht in knapp zwei Wochen die Abstimmungen zum Spieler der Hinrunde ausgerufen werden, dann taucht auf dieser Liste mit großer Sicherheit auch der Name von Marius Wolf auf. Der 22-Jährige hat den wohl größten Entwicklungssprung aller Akteure im Trikot der Hessen hinter sich. Dabei war die Kritik im vergangenen Winter groß, nachdem der Flügelspieler am letzten Transfertag verpflichtet wurde. „Quotendeutscher“ wurde er abschätzig tituliert. Was hilft der Eintracht jemand, der sich nicht mal bei Zweitligist Hannover 96 durchsetzen kann, lautet die häufig gestellte Frage. Begeisterung oder gar Applaus? Den konnten Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und Trainer Niko Kovac nicht erwarten.

Konkurrenz kämpft sich nach Verletzungspause mühsam heran

Sie aber erkannten ein besonderes Talent in Wolf, der zunächst einmal „aufgepäppelt“ werden musste. Es zeigt sich: Die Verantwortlichen sollten recht behalten. Drei Pflichtspieltreffer und drei Vorlagen sind ihm in dieser Spielzeit bereits gelungen und aktuell ist er aus der Stammelf nicht mehr wegzudenken. Es würde keinen überraschen, wenn Wolf in den letzten vier Partien des Jahres durchspielt und ihn eine durchaus mögliche Rotation in der kommenden Englischen Woche nicht betrifft. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Timothy Chandler ist zwar ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, ein Einsatz des US-Amerikaners in diesem Jahr lässt sich allerdings in die Kategorie unwahrscheinlich einordnen – immerhin fehlte er über sechs Wochen. Und Danny da Costa? Er kämpft sich nach Verletzungspause ebenfalls mühsam zurück und wird wohl in der Vorbereitung ganz neu anfangen müssen.

Bobic lobt Entwicklung

Wolf lässt sich auf Spekulationen nicht weiter ein. Er zeigt sich zunächst zufrieden darüber, die „letzte Chance“ genutzt zu haben. „Ich wollte nicht, dass mir noch mal so etwas wie in Hannover passiert. Ich habe Gas gegeben und gewusst, dass ich meine Chance bekomme – wenn nicht in Hannover, dann irgendwo anders. Dass es so läuft, macht mich glücklich“, sagte er am am Mittwoch nach der Trainingseinheit. Bobic lobte den Senkrechtstarter im kicker: „Marius hat sich super entwickelt. Er besitzt die Mentalität und Qualität, um ein richtig guter Bundesligaspieler zu werden. Er kann seine Träume erreichen, es liegt an ihm selbst, wie weit ihn sein Weg führt.“

Schnäppchen für die Eintracht

Bis in die Nationalmannschaft? Mitspieler und Freund Kevin-Prince Boateng zeigte am Sonntag nach dem Spiel gegen Hertha BSC, wie viel er von seinem Kameraden tatsächlich hält. Wolf selbst will sich mit solchen Gedanken nicht beschäftigen. Sein erstes großes Zwischenziel hat er zunächst erreicht: Die Eintracht wird die bei rund 500.000 Euro liegende Kaufoption ziehen. Dies entspricht laut transfermarkt.de auch seinem aktuellen Marktwert – wobei von einem Update zeitnah auszugehen ist. Jetzt gehe es für Wolf darum, „meine Leistungen zu bestätigen und mich zu verbessern.“ Bobic mahnte: „Er weiß, dass er Gas geben muss, um in der Mannschaft zu bleiben.“ Wobei sich einige Konkurrenten derzeit wohl stärker strecken müssen, um nicht aus der ersten Elf zu rutschen.

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