Bundesliga

Calhanoglu: „In unserer Kultur hat der Vater das Sagen“

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Ganze vier Monate muss Bayer Leverkusen auf die Dienste von Hakan Calhanoglu verzichten. Der Deutsch-Türke wurde aufgrund eines Vertragsbruchs aus dem Jahr 2011 von der FIFA für rund ein halbes Jahr gesperrt und darf in keinem Pflichtspiel eingesetzt werden. Zu den Vorwürfen bezog der Nationalspieler nun Stellung.

Tatort Darmstadt

Im Jahr 2011, Hakan Calhanoglu lief noch für den Zweitligisten Karlsruher SC auf, hatte das Übel seinen Ursprung. Wie der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen gegenüber dem Kölner Express erklärte, traf sich sein Vater in einem Darmstädter Restaurant mit Vereinsvertretern des türkischen Erstligisten Trabzonspor. Von dem Treffen habe sein Vater ihn nicht in Kenntnis gesetzt, weshalb Calhanoglu Bektas Demirtas, der sich seinerzeit um die Belange des 17-Jährigen kümmerte, kontaktierte.

Hakan, du musst unterschreiben

Laut Calhanoglu kam sein Vater nach Hause und drängte auf die Unterschrift unter dem ausgehandelten Arbeitspapier. Schließlich gab der Youngster sein Autogramm – aus Respekt – wie er erklärte: „In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegen zu bringen. Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf. Ich habe meinem Vater vertraut.“

Grund der Sperre:

Hintergrund der Sperre ist eine Auseinandersetzung zwischen Hakan Calhanoglu und dem türkischen Verein Trabzonspor. Während seiner Zeit beim Karlsruher SC im Jahr 2011 hatte Calhanoglu als Minderjähriger eine Vereinbarung mit Trabzonspor bezüglich eines Wechsels getroffen. Er verlängerte jedoch dann seinen Vertrag beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Der CAS sah genau wie die FIFA das Verhalten des Spielers als Vertragsbruch gegenüber Trabzonspor an.

Vater lenkt ein

Sein Vater wisse inzwischen, dass er damals einen großen Fehler begangen habe, sagte Calhanoglu. Vor allem für die Werkself würde es ihm leidtun: „Das Schlimmste für mich ist, dass mein Klub Bayer in Mitleidenschaft gezogen wird. Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid.“ Mit seinem Vater habe er nach wie vor Kontakt, er stellte jedoch klar: „Aber er wird sich nie mehr in meine Karriere einmischen.“

Über Andre Oechsner

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