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Löw: Confed Cup als Zwischensprint zur WM 2018 – „Weltmeisterschaft ist etwas für die Ewigkeit“

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Bundestrainer Joachim Löw ließ bei der Benennung für den Confed-Cup-Kader in Russland und die beiden Länderspiele gegen Dänemark (6. Juni/Testspiel) und San Marino (10. Juni/WM-Qualifikation) die ganz großen Donnerschläge stecken. Überraschungen gab es dennoch: So tauchten zwei Namen auf, die zuvor auch bei den Spekulationen rund um die Nominierung keine große Rolle spielten.

Aus der DFB-Zentrale in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Löw erklärt Entscheidungen

Als die Namen Diego Demme und Sandro Wagner auftauchten, tauschten sich die Journalisten im Pressesaal der DFB-Zentrale in Frankfurt verwundert Blicke aus. „Wir gehen mit einem Perspektivkader an den Start. Die Spieler sollen Abläufe und Ideen kennenlernen. Bei diesem Turnier wollen wir sie noch ein Stückchen weiter auf dem Weg zur Weltspitze bringen“, erklärte Löw seine Entscheidungen.

Der ganz große Traum für Wagner

Wagner, der für den SV Darmstadt 98 und die TSG Hoffenheim in den letzten beiden Jahren 25 Bundesligatore erzielte, hat sich für höhere Aufgaben empfohlen. Mit der Nominierung geht für ihn, wie er via der vereinseigenen Homepage wissen ließ, „ein ganz großer Traum“ in Erfüllung. Löw erklärte die Nominierung: „Er hat eine andere Art und Weise zu spielen und bringt eine andere Note in unser Spiel. Er kann Gegenspieler binden und hat gute Laufwege für die Spieler, die aus der Tiefe kommen.“

Großer Debütantenball beim Confed Cup?

Noch eine Überraschung war die Nominierung von Demme. Der Kämpfer im defensiven Mittelfeld von RB Leipzig spielte „eine ganz starke Saison“ und besitzt seine Stärken vor allem „im Kampf gegen den Ball.“ Mit dem Hoffenheimer Kerem Demirbay wurde ein Akteur mitgenommen, der in seiner Entscheidungssuche noch zwischen der türkischen und deutschen Nationalmannschaft pendelte: „Er hat einen sehr guten finalen Pass und besitzt herausragende technische Fähigkeiten.“ Armin Younes, der sich durch starke Leistungen in der Europa League bei Ajax Amsterdam in den Vordergrund spielte und seine Stärken im Dribbling und in Eins-gegen-Eins-Situationen besitzt, wusste zu überzeugen, wie auch Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, der eine sehr gute Saison bei Hertha BSC spielt.

Stindl dabei – in Gladbach schreien sie: „Endlich!“

Überfällig erschien hingegen die Nominierung von Lars Stindl. Der Offensivmann von Borussia Mönchengladbach hat in den kommenden Wochen Zeit, sich beweisen, dass er in die Philosophie – technisch sauber, schnell und kombinationssicher zu agieren – passt: „Lars hat die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Wir können ihn richtig kennenlernen und er hat die Chance, sich zu zeigen.“

Für Kruse ist die Tür nicht zu – Gomez sollte in Wolfsburg bleiben

Wo es strahlende Gesichter gibt, da gibt es auch enttäuschte. Max Kruse etwa musste sich vertrösten lassen. Löw kenne ihn ja bereits und die Vorfälle aus der Vergangenheit seien vergessen. „Die Tür für ihn ist nicht zu, aber ich wollte jemanden mitnehmen, den wir gar nicht kennen“, erklärte der Bundestrainer. Mario Gomez hingegen ist weiterhin eine unumstrittene Größe für Löw, auch wenn er diesmal nicht dabei ist. „Für mich ist es wichtig, dass er gesund bund in der Bundesliga bleibt“, sagte er und wünschte sich, dass Gomez bei Klassenerhalt auch in Wolfsburg bleibt: „Da weiß ich, dass er regelmäßig spielt und trifft. Er wird nächstes Jahr ganz wertvoll für uns und kann ein Zeichen setzen.“

Die Personalie Marco Reus

Und Marco Reus? Über ihn wurde im Vorfeld lange diskutiert. Ist es besser, wenn er dabei ist, oder nicht? Löw hätte ihn freilich – nicht nur als herausragenden Akteur, sondern auch als Führungspersönlichkeit – dabei gehabt. Reus will sich allerdings im Sommer mit einem Personalcoach fit halten und bei Borussia Dortmund schon in der Vorbereitung voll durchstarten. Nachdem er die Turniere 2014 und 2016 – und damit den Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien – verpasste, soll ihn ähnliches Schicksal diesmal nicht widerfahren. „Er soll nach dem Pokalfinale herunterfahren und sich dann voll auf das große Ziel 2018 vorbereiten“, zeigte Löw Verständnis.

Alles wird dem Ziel WM 2018 untergeordnet

Auch Serge Gnabry und Max Meyer sind nicht dabei und werden dabei mithelfen, die U21 bei der Europameisterschaft in Polen zum Titel zu führen, während Leroy Sane, Matthias Ginter, Leon Goretzka und Julian Brandt mit nach Russland fliegen werden. „Dieser Sommer uns vor eine ganz besondere Herausforderung gestellt“, sagte Löw und verwies auf die parallel zueinander stattfinden Turnier Confed Cup, U21-EM und U20-WM. Über allem stehe das Ziel, im Jahr 2018 in Russland das Maximum zu erreichen: „Die WM ist das allergrößte Turnier. Weltmeister zu werden ist etwas für die Ewigkeit.“

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