Bundesliga

Dardai: Lasse mich nicht manipulieren

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München – Als einen Abstiegskandidaten übernahm Pal Dardai Anfang Februar 2015 Hertha BSC. Nun stehen die Berliner auf dem dritten Rang und dürfen von der Champions League träumen. Nach einem Jahr auf der Bank zieht der Trainer im kicker Bilanz.

„Der einzige Unterschied war der, dass ich nicht aktiv reingrätschen konnte“, sagte Pal Dardai rückblickend auf sein erster Spiel als Trainer von Hertha BSC. In Mainz gewannen die Berliner vor fast genau einem Jahr mit 2:0. Besonders nervös sei er nicht gewesen. „Ich habe so lange in der Bundesliga gespielt, ob ich auf dem Platz oder an der Seite stehe, das war für mich gleich“, erzählte der Ex-Profi im Interview mit dem kicker.

Lob für Preetz

Seit dem ersten Sieg hat sich in Berlin viel verändert. Dardais Handschrift ist im Spiel der Hauptstädter deutlich sichtbar – und sie bringt Erfolg. Als Tabellendritter dürfen sich die Herthaner Hoffnung auf eine Champions-League-Teilnahme machen. Ein Grund dafür sind auch die starken Neuzugänge Vedad Ibisevic, Mitchell Weiser und Vladimir Darida. „Der Manager hat es super gemacht, mir tolle Verstärkungen an die Hand gegeben – ich konnte ganz ruhig bleiben“, lobte Dardai Michael Preetz.

Schön und erfolgreich

In der vergangenen Saison seien die Tore meist Glück gewesen, sagte Dardai rückblickend. „Wenn man jetzt unsere Tore betrachtet, dann sind sie ein Resultat von Spielfluss.“ Man habe zuvor nicht schön, aber erfolgreich gespielt. „Jetzt machen wir etwas ganz anderes. Jetzt verbinden wir beides“, so der 39-Jährige.

Thomas Schaaf als Vorbild

Als Mensch habe ihn der Job als Bundesligatrainer nicht verändert, glaubt Dardai. „Ich lasse mich nicht manipulieren, ich bleibe Pal. Ich lasse mich auch nicht davon beeinflussen, was die Zeitungen schreiben“, erklärte er seine Maxime. „Ich mache meine Arbeit, und dann gehe ich nach Hause.“ Wenn es nach ihm geht am liebsten noch sehr lange. „Ich möchte bei Hertha BSC einen Spielstil aufbauen und so lange wie möglich hierbleiben. Natürlich wäre es schön, so lange wie etwa Thomas Schaaf bei einem Verein zu arbeiten, aber ich weiß, wie das Geschäft läuft“, blickte Dardai voraus.

Traum vom Pokalfinale

Seine Mannschaft sieht der Rekordspieler der Berliner in einem Lernprozess. „Von null auf hundert kann man eigentlich nicht gehen, wir sind aber in der Hinrunde von null auf hundert gegangen“, sagte der Ungar. Die Gegner würden sich nun besser auf die Hertha einstellen. Deshalb stapelte er auch bei den Zielen tief: „Das Ziel sollte sein, innerhalb von zwei, drei Jahren vielleicht international mitzumischen.“ Einen großen Traum will sich der Trainer mit seiner Mannschaft aber schon in dieser Saison erfüllen: das Pokalfinale im heimischen Olympiastadion.

Über Carsten Ruge

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