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DFB-Sportchef-Posten: Das schwere Erbe von Matthias Sammer

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München – In den vergangenen Jahren hat Matthias Sammer nicht immer die besten Meldungen in den Nachrichten erhalten. Doch bei der Position als DFB-Sportdirektor sieht man, welche Qualität Sammer nicht nur als Spieler und Trainer besessen hat, sondern auch als Organisator und Visionär.

Sammer übernahm 2006 das Amt

Im Jahr 2006 installierte der DFB erstmals den Sportdirektoren-Posten – dabei setzte sich Sammer gegen den angeblichen Favoriten des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann, Bernhard Peters, durch. Der Jugendbereich galt in Deutschland damals auf Top-Level als äußerst schwach strukturiert, Reformen wurden im Jahr 2000 nach einer katastrophalen EM (Vorrunden-Aus) eingeleitet.

Legendär: EM-Titel 2009 mit der U 21

Sammer, Europameister von 1996, Champions-League-Sieger von 1997 und der jüngste Meister-Coach aller Zeiten mit Borussia Dortmund (2002), sollte nun die Jugend-Mannschaften des DFB strukturell weiter aufbauen und mit großem Ehrgeiz zu Titeln führen – und das tat er! Nach langer Zeit gelangten Auswahlmannschaften des DFB wieder regelmäßig in Halbfinals und Endspiele, unter anderem wurde die U21-Mannschaft im Jahr 2009 Europameister – viele von Ihnen, darunter Manuel Neuer, Mesut Özil und Sami Khedira, sollten später das Grundgerüst für den WM-Titel 2014 bilden. Nach sechs Jahren aber löste Sammer seinen bis 2016 gültigen Vertrag vorzeitig auf, es soll gelegentlich zu Meinungsverschiedenheiten mit ihm innerhalb des DFB gekommen sein. Sammer wechselte 2012 als Sportchef zu Bayern München – das wiederum in der folgenden Saison das historisch einmalige Triple holte.

Dutt ohne Glück

Doch beim DFB folgte Tristesse. Robin Dutt nahm sich im Sommer 2012 viel vor, erreichte wenig und verließ als Sportchef den DFB bereits 2013 wieder. Dutt übernahm als Trainer Werder Bremen, scheiterte dort kläglich, ebenso wie danach als Sportchef beim VfB Stuttgart. Der Klub stieg 2015/16 aus der Bundesliga ab.

Flick kann Olympia-Erfolg vorweisen

Nach dem WM-Titel 2014 nahm der bisherige Co-Trainer der Nationalelf, Hansi Flick, die Aufgabe an. In seine Zeit fällt das positiv verlaufene Olympia-Turnier 2016 mit dem Gewinn der Silber-Medaille. Für einen Sportchef aber, der in der Regel langfristig arbeiten sollte, sind auch etwas mehr als zwei Jahre keine allzu lange Zeit im Amt.

Unglückliche Serie

Sammer hörte am Ende wohl entnervt beim DFB auf, Dutt kam offenbar nicht mit dem Amt zurecht – und bei Hansi Flick gab es zwar keine Indizien, dass Probleme in der Verbandsarbeit bestanden, dennoch wirkt es für den DFB unglücklich, innerhalb von fünf Jahren bereits den dritten Sportchef nun suchen zu müssen, obwohl für die Ausübung des Amtes fünf Jahre Dienstzeit das Minimum darstellen sollten. Mit Horst Hrubesch könnte nun aber wieder Kontinuität zurückkommen. Er übernimmt zwar nur interimsweise den Job von Flick, doch durch seine Erfahrung als Jugend-Trainer und dem Erfolg als Trainer der Olympia-Manschaft 2016 könnte er gesträkt weitere Reformen beim DFB in Sachen Nachwuchsarbeit vorantreiben.

Über Daniel Michel

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