Nationalmannschaft

Diego: das 1:7 war heilsam für Brasilien

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In einem Interview spricht der ehemalige Bremer und Wolfsburger Diego über die brasilianische Nationalmannschaft und den Favoritenkreis bei der WM.

Am 15. Juni beginnt die Weltmeisterschaft in Russland und mit dabei ist standesgemäß auch die Nationalmannschaft aus Brasilien. Der ehemalige Bremer und Wolfsburger Dribbelkünstler Diego spricht in einem Interview mit der Deichstube über die Stärken und Chancen seines Heimatlandes. „Diesmal haben wir ein besseres Team zusammen, ein funktionierendes Gefüge. Schon immer besaß Brasilien überragende Individualisten, technisch herausragende Fußballer, auch 2014 war dies der Fall. Doch immer stellt sich die Herausforderung, diese Einzelkönner zu einer schlagkräftigen Mannschaft zu formen. Dies ist Tite gelungen, besser als seinen Vorgängern“, erklärte Diego die aktuelle Mannschaft für besser als die vor vier Jahren. Für ihn ist Brasilien somit auch nicht mehr abhängig von Starspieler Neymar, wie es noch 2014 der Fall war. „Neymar ist gewiss einer der besten Spieler auf der Welt, doch er ist ein Teil der Elf. Wir müssen als Team bestehen. Wenn dies geligt, kann die individuelle Klasse Neymars den Unterschied machen“, so Diego.

Das 1:7 hatte einen positiven Effekt auf Brasilien

Verletzt musste Neymar damals zusehen, wie die deutsche Nationalmannschaft Brasilien im Halbfinale mit einem historischen 7:1-Sieg schlug. „Ich konnte es nicht fassen, eine faustdicke Überraschung in einem Halbfinale der WM. Es war kein normales Resultat auf diesem Niveau, bei einem Vergleich von zwei Fußball-Großmächten, die sich gemeinhin auf Augenhöhe messen“, beschrieb Diego seine Gefühle von damals. Für ihn hat diese schmetternde Niederlage jedoch auch positive Effekte gehabt. „Wir haben daraus unsere Lehren gezogen. Es war heilsam für den brasilianischen Fußball. Es setzte eine Weiterentwicklung und Umkehr ein. Und dies mache ich nicht nur am 1:0-Sieg vor einigen Wochen in Berlin fest“, stellte der 33-Jährige klar.

Diego sieht viele Favoriten bei der WM

Trotz der positiven Entwicklung würde Diego Brasilien nicht als alleinigen Titelfavoriten deklarieren: „Wie immer dürfen sich einige Nationen reelle Chancen ausrechnen. Brasilien zählt zweifellos zu dieser Gruppe.“ Für ihn gibt es zahlreiche Länder, die für den Titelgewinn in Frage kommen. „Deutschland natürlich, Spanien und Argentinien ebenso, möglicherweise Frankreich. Auch Belgien traue ich einiges zu. Es ist aber schwer zu sagen, wer Topfavorit ist. Entscheidend ist, bei dem Turnier in bester Verfassung, in guter Form und mit perfekter Mentalität zu sein“, so Diegos Einschätzung.

Über Marc Schwitzky

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