Nationalmannschaft

Draxler: Wird 2018 sein großes Jahr?

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Aus dem RheinEnergie-Stadion für fussball.news berichtet Reporter Christopher Michel

Während sich das Stadion langsam füllt und es bei acht Grad am Abend nicht so kalt ist, wie zunächst erwartet, wird Bundestrainer Joachim Löw seinen Spielern in den Katakomben mit auf den Weg geben, was er von ihnen gegen Frankreich erwartet. Beide Mannschaften – so viel ist sicher – werden nicht ihr bestes Blatt spielen. Die Trümpfe bleiben im Verborgenen, sie sollen im Sommer in Russland stechen. Bis dahin gilt: Pokern, taktieren und testen. Wer ist bereit für die Mission Titelverteidigung? Auf wen kann sich Löw verlassen, wenn es ernst wird?

Draxler 2014 noch als Lehrling dabei

Julian Draxler will bei der Reise nach Russland nicht mehr nur als Tourist dabei sein. Die Weltmeisterschaft 2014 erlebte er als Youngster mit, der damals noch 20-Jährige durfte immerhin im Halbfinale gegen Brasilien in der Schlussphase – als es bereits historisch 7:0 gestanden hatte – mitwirken. Der Offensivmann stellte zu diesem Zeitpunkt noch keine Ansprüche und schaute ehrfürchtig zu, wie die Stützpfeiler Jerome Boateng, Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm das Team durch die fünf Wochen in Brasilien bis zum vierten Stern für Deutschland führten.

Starke Konkurrenz bei PSG

Gegen Frankreich wäre es für ihn ein besonderer Moment, wenn er mitwirken dürfte. Wie Teamkollege Kevin Trapp spielt Draxler bei Paris Saint-Germain – und nimmt häufiger neben ihm auf der Bank Platz. Der Sommer hat beim französischen Spitzenklub einiges verändert: Neymar und Kylian Mbappe haben das Team auf ein neues Level gehoben und den Transfermarkt verrückt spielen lassen. Zusammen mit Edison Cavani bilden sie ein Traumtrio – und Draxler darf nur dann ran, wenn rotiert und somit einer der Superstars geschont wird. Flugs kamen Gerüchte auf, der FC Bayern München könne sich womöglich die Dienste des 24-Jährigen sichern.

Übereinstimmungen in der Spielweise

Der allerdings sagte im aktuellen Stadionmagazin des DFB: „Ich bin glücklich in dieser Mannschaft. Ich genieße es, hier zu sein. Ich mag die Stadt sehr, und natürlich habe ich viel Spaß daran, mit so großen Namen in einem Team zu spielen.“ Wird 2018 das große Jahre des Julian Draxler? Der nationale Titelgewinn gilt als das mindeste, vielmehr lechzt Paris nach dem Sieg in der Champions League. Der Gladbecker hat mit dieser Zielsetzung keine Probleme, gilt er doch selbst als äußerst ambitioniert. Sein Vorteil: Die Umstellung von der Pariser zur deutschen Nationalmannschaft ist nicht groß: „Das stimmt in großen Teilen überein, deshalb muss ich nicht viel verändern, um mich zu verbessern und auch dem Team zu helfen.“

Stützte bei Löw

Bei Löw sind seine Qualitäten gefragt: „Er hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Er spielt bei uns mittlerweile eine große Rolle.“ 39 Länderspiele untermauern diese Einschätzung, zudem hat er das junge Team geführt und dabei die Beobachter von sich überzeugt: Nicht umsonst wurde Draxler zum besten Spieler des Turniers gekürt. Wird das Jahr 2018 also das große Jahr von Draxler? Der bodenständige Offensivmann wird sich hier zu keiner waghalsigen Prognose hinreißen lassen. Er gilt als bodenständig, extrem selbstkritisch und lässt lieber Taten auf dem Platz sprechen. Beim 0:0 gegen England fiel er etwas ab und konnte die größte Möglichkeit bei der Dreierchance der Deutschen nicht nutzen – sein Schuss ging knapp über das Tor. Die nächste Chance es besser zu machen, bekommt er gegen Frankreich: Draxler darf starten!

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