Nationalmannschaft

Dritter Torhüter: Deshalb könnte es für Leno ganz eng werden

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Aus Köln über die deutsche Nationalmannschaft für fussball.news berichtet Christopher Michel

Wenn Kevin Trapp beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen Frankreich das Tor hütet, wird Bernd Leno womöglich nervös und etwas nachdenklich zuschauen. Der Schlussmann von Bayer 04 Leverkusen ist es in seinen insgesamt sechs Länderspielen nicht gelungen, einmal richtig zu glänzen oder zumindest die nötige Sicherheit auszustrahlen. Im Gegenteil: In den vergangenen beiden Partien beim Confed-Cup gegen Australien (2:3) und in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan (1:5) patzte er und war kein sicherer Rückhalt. Marc-Andre ter Stegen, der sich beim FC Barcelona enorm gesteigert hat, ist in der Gunst von Bundestrainer Joachim Löw weit nach vorne gerückt. Und Trapp? Dessen starkes Länderspiel gegen Dänemark (1:1) vor dem Confed-Cup blieb ebenfalls im Gedächtnis haften.

Nummer 3: Trapp, Leno – oder ein ganz anderer?

Sollte Manuel Neuer, wovon auszugehen ist, bis zum Turnier fit werden: Wer muss sich um einen Platz im Kader sorgen? Ter Stegen nicht mehr. Er wird definitiv mit nach Russland reisen und auf der Bank hinter Neuer Platz nehmen. Doch wie sieht es mit dem in Deutschland so wichtigen dritten Torhüter aus? Die Auswahl zeigt weiterhin: Auf dieser Position hat das Trainerteam rund um Löw eine große Auswahl. Leno oder Trapp haben ihr Ticket noch längst nicht in der Tasche, auch wenn sie zuletzt regelmäßig nominiert wurden. Torwarttrainer Andreas Köpke brachte zuletzt im kicker zwei Namen ins Gespräch.

Baumann mit starken Leistungen

Da ist zunächst Oliver Baumann, der mit der TSG Hoffenheim noch Europa League spielt. Der 27-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren still und heimlich weiterentwickelt und zählt zu den konstantesten Schlussmännern in der Bundesliga. „Oli hat sich in den vergangenen beiden Jahren auf höchstem Niveau stabilisiert, macht kaum Fehler und gehört zu den besten deutschen Torhütern. Er hält auch immer wieder mal einen Unhaltbaren. Deshalb gehört er sicher zu den Keepern, die auch für die Nationalmannschaft infrage kommen“, machte sich Trainer Julian Nagelsmann stark für seinen Torhüter. Baumann selbst wehrte bescheiden ab: „Es ändert für mich nichts, ob jetzt eine WM ansteht.“ Er konnte Pluspunkte sammeln und der Mannschaft gegen den FC Bayern München (2:0), VfL Wolfsburg (1:1) und beim FSV Mainz 05 (3:2) mit starken Paraden Zähler retten.

Kann Fährmann profitieren?

Und was ist mit Ralf Fährmann? Der 29-Jährige profitiert von der neuen Ordnung unter Trainer Domenico Tedesco. Er hat als Kapitän weiter an Profil gewonnen und hat sich in allen Bereichen weiterentwickelt – selbst mit Ball am Fuß wirkt Fährmann inzwischen deutlich sicherer. Sein Nachteil: Er kann sich in dieser Saison nicht auf internationaler Bühne präsentieren, während Baumann mit der TSG noch auf das Weiterkommen in der Europa League hoffen darf. Fährmann kämpft trotzdem um seine kleine Chance, wie er bei Sport Bild vor rund zwei Wochen sagte: „Ich bin keiner, der sich in die Nationalmannschaft reinredet oder sich anbiedert. Aber es ist natürlich ein Traum von mir, bei der WM in Russland dabei zu sein. Dafür tue ich alles. Dafür nerve ich unseren Torwart-Trainer Simon Henzler, lege mit ihm Sonderschichten ein.“

Leno muss zulegen

Sollten die beiden Schlussmänner weiter so konstant halten und vor allem Baumann die Möglichkeit erhalten, auch im Frühjahr noch im internationalen Wettbewerb mitwirken zu können, könnte es für Leno eng werden. Er spielt bei Bayer eine solide, aber keine herausragende Spielzeit. Gepaart mit den Patzern im DFB-Team könnte es daher nicht langen für einen Platz im finalen Kader von Löw.

 

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