Champions League

„Druck macht mir nichts“ – Zidane bleibt vor „Endspiel“ gegen Paris gelassen

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Es gilt als ein offenes Geheimnis, dass Zinedine Zidanes Wirken bei Real Madrid mindestens vom Gewinn der Champions-League abhängt, nachdem in Meisterschaft und Pokal bereits das Aus im Titelkampf erfolgte. Der Franzose selbst weiß zwar sehr genau um seine Situation, gibt sich aber vor dem wegweisenden Spiel gegen Paris St. Germain (Mittwoch 20.45) offiziell noch entspannt.

Siebzehn Punkte Rückstand auf den FC Barcelona an der Tabellenspitze, im Pokal ausgeschieden gegen Leganes (1:0/1:2), Real Madrid spielt die schlechteste Saison seit Jahren. Entsprechend wird trotz der Vertragsverlängerung Zidanes bis 2020 mit einer Entlassung des Welttrainers von 2017 gerechnet, wenn der nicht die Königsklasse gewinnt. Zwar spricht ihm Florentiono Perez offiziell noch das Vertrauen aus: „Zidane ist ein Symbol dieses Klubs, der beste Trainer der Welt“, zitiert der kicker den Real-Präsidenten, allerdings weiß der so gelobte selbst um die Brüchigkeit dieses Vertrauens: „Wie lange mein Vertrag läuft, spielt keine Rolle, die Ergebnisse müssen stimmen“ und nur weil er eine „Spielerkarriere hier habe“, werde er „nicht geschützt“, sagte der Franzose.

Entlassung auch bei Sieg in der Königsklasse?

Für Schutz könnte wohl nur die Trophäe in der Königsklasse sorgen, so wie 2016 als Zidane bereits in der Kritik stand, sich dann aber durch den Sieg gegen Atletico Madrid seine Zukunft bei Real sicherte. Doch selbst ein erneuter Triumph ist keine Garantie für eine Arbeitsverlängerung, auch Carlo Ancelotti wurde 2014 nach dem Gewinn der Champions-League entlassen und von eben jenem Zidane beerbt, der nun  medial so massiv in der Kritik steht. Sollte der Franzose entlassen werden, dann gilt laut spanischen Medien Joachim Löw als Topkandidat auf seine Nachfolge.

Führungsspieler stehen hinter Zidane

Der 45-Jährige weiß zwar um seine schwierige Situation, sieht in ihr aber auch gerade eine Chance um seine Fähigkeiten zu zeigen: „Druck macht mir nichts. Ich will beweisen, dass ich auch dann ein guter Trainer bin, wenn sich Schwierigkeiten auftun“, zitiert ihn der kicker. Bewertet man die Art und Weise wie er bislang mit diesen umgegangen ist, dann überwiegen die negativen Schlüsse. Vor allem der mangelnde Mut auf dem Transfermarkt wurde Zidane zum Verhängnis, er erklärte im Winter er sei mit dem aktuellen Kader zufrieden und hat nun keine starken Wechseloptionen von der Bank, besonders im Mittelfeld fehlen im Unterschied zu Konkurrent Barcelona oft die Optionen. Offene Kritik gibt es am Trainer trotzdem aktuell nicht: „Es ist Wahnsinn, an ihm zu zweifeln“, zitiert der kicker Mitteldstratege Luka Modric sogar. Auch Kapitän Sergio Ramos äußerte sich an gleicher Stelle ähnlich: „Wir haben mit Zidane alles gewonnen, wir halten weiter zu ihm“, versprach er, fügte allerdings auch an: „Ob Zidane nächste Saison da ist, entscheiden andere.“

Siege gaben keine Sicherheit

Hoffnung machen könnte der letzte Auftritt in der Liga, beim 5:2 gegen Real Sociedad überzeugte das Team. Allerdings sollten daraus keine voreiligen Schlüsse für die Partie gegen Paris gezogen werden, auch beim 4:1 gegen Tabellennachbar Valencia vor zwei Wochen zeigte Real eine gute Leistung, um eine Woche später gegen den Abstiegskandidaten Levante ein glückliches 2:2 zu erreichen.

Über Stefan Katzenbach

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