Bundesliga

„Ein Investor ist kein Allheilmittel“

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München – Im Trainingslager im spanischen Marbella sprachen die beiden Manager Christian Heidel (Mainz 05) und Stefan Reuter (FC Augsburg) im kicker über Investoren in der Bundesliga, Milliarden in England und die eigenen Fans.

Ein Investor sollte eine Vereins-Vergangenheit besitzen

Ohne Geld geht im modernen Fußball nichts mehr. Vereine holen sich daher Investoren ins Boot. Für Mainz-Manager Christian Heidel (52) ist dies eine denkbare Alternative, solange wirkliches Interesse am Verein besteht: „Ich finde es nicht dramatisch, wenn einer lange genug dabei ist, sondern habe eher Angst davor, dass irgendwelche Chinesen oder Thailänder einen Verein komplett verändern“, sagte Heidel dem kicker.

Der HSV ist ein Negativ-Beispiel

Der Einstieg eines Investors sei aber nicht zwangsläufig eine Verbesserung: „Es ist ja kein Allheilmittel. Beim HSV zum Beispiel hat sich die finanzielle Situation doch nicht groß verändert, obwohl sie Anteile verkauft haben“, so Heidel.

Die Identität eines Vereins sollte nicht verloren gehen

Stefan Reuter hält Investoren im Profibereich für notwendig, schränkt aber ein: „Der Einfluss muss begrenzt sein.“ Christian Heidel fügt hinzu, dass die Identität eines Vereins gewahrt sein muss und mahnt mit Blick auf die Premier League: „Das ist in England verloren gegangen.“

Heidel möchte von den Millionengeschäften in England profitieren

Der Manager von Mainz 05 will von dem vielen Geld, das in England im Umlauf ist, profitieren: „Ich verkaufe lieber einen Spieler für 15 Millionen an Crystal Palace als für vier an den FCA. Unser Job muss es sein, möglichst viel von dem Geld zu holen.“

Auswirkungen auf die Fankultur

Stefan Reuter sieht bei den Spielern mittlerweile ein Umdenken. „Immer mehr merken, dass sie dort leihweise von Klub zu Klub geschoben werden, was für die sportliche Entwicklung nicht förderlich ist.“ Auch die Atmosphäre in englischen Stadien leide unter der Situation. Die Ticketpreise sind für viele nicht mehr erschwinglich. Heidel: „Wir meckern ab und zu über unsere Fans, wenn sie über die Stränge schlagen. Aber wir genießen diese Atmosphäre, also müssen wir Sorge tragen, dass sich die Fans das leisten können.“

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