DFB-Pokal

Eintracht zeigt Reaktion nach Augsburg-Pleite und zieht in den „elitären Kreis“ ein

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Aus der Commerzbank-Arena berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

War die 0:3-Niederlage beim FC Augsburg der Beginn einer Krise – oder „nur“ ein Ausrutscher der Frankfurter Eintracht? Die Hessen zeigten sich im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FSV Mainz 05 (3:0) gut erholt und die von Trainer Niko Kovac gewünschte Reaktion. Die Verantwortlichen hatten dennoch mahnende Worte parat.

Die Partie war erst wenige Minuten vorbei, da kam Sportvorstand Fredi Bobic mit ernster Miene auf die Medienvertreter zu. Der ehemalige Profi wirkte angespannt und wehrte sich fast gegen die Glückwünsche zum Einzug ins Halbfinale. „Das Spiel hatte kuriose Tore. Wir sind zwar glücklich über das Weiterkommen, nur das Ergebnis hat heute gezählt“, sagte Bobic unter anderem fussball.news. Er kritisierte sogleich: „Von der Leistung war ich aber nicht so begeistert. Das klingt zwar wie Jammern auf hohem Niveau, aber die Mannschaft muss noch eine Schippe drauflegen.“ Die Partie habe Phasen gehabt, wo dem Team die nötige Kontrolle fehlte und der Gegner bei einer klareren und etwas kreativeren Spielweise hätte herankommen können.

Kovac lobt Reaktion der Mannschaft, sieht aber noch Luft nach oben

Kovac hob zunächst das Positive hervor und lobte: „Meine Mannschaft hat nach dem Spiel in Augsburg eine Reaktion gezeigt. Das war sehr gut, darauf können wir aufbauen.“ Der Kroate erkannte dennoch: „Wir haben noch Steigerungspotential. Das müssen wir ausschöpfen.“ Die Eintracht verpasste es, die Begegnung schon im ersten Durchgang zu entscheiden. Die völlig neben der Spur agierenden Mainzer ließen Lücken, die zu selten bespielt wurden. Den Hessen fehlte die letzte Konsequenz und so musste zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas gezittert werden. Es war die einzige Phase, in der die Begegnung hätte kippen können.

„Gedicht“ Mascarell

Dazu kam es nicht, die Sinne bei der Eintracht waren geschärft. Defensiv agierten die Frankfurter enorm aggressiv und konsequent. Marco Russ ging hier als Symbolfigur voran, er ersetzte Simon Falette und stibitzte dem Gegner häufig den Ball ab. Im Mittelfeld war es dann vor allem Omar Mascarell, der das Tempo vorgab, gefährliche Pässe spielte und seinen ersten Pflichtspieltreffer aus dem Spiel heraus erzielte. „Er ist mein Gedicht“, frohlockte Kovac, der in seiner Profizeit selbst auf dieser Position agiert hat. Und vorne waren Sebastien Haller und der nach einer Gelbsperre zurückgekehrte Ante Rebic mit ihrer enormen Ballsicherheit für die gegnerische Verteidigung nur schwer greifbar.

Richtige Antwort auf die sich stellenden Fragen

Kovac hat von Beginn an die richtigen Antworten auf die sich ihm stellenden Fragen gefunden. Der 46-Jährige erwartete den Kontrahenten in einer Viererkette, schließlich habe sich Kollege Sandro Schwarz etwas bei den Augsburgern abgeschaut, die ebenfalls in dieser Grundordnung agierten. Diesmal ließ sich die Eintracht nicht überrumpeln, sie stellte sich dem Gegner mit körperlichem Einsatz entgegen und schalteten nach Ballgewinn variantenreich um. Lange Bälle und einstudierte Spielzüge über mehrere Stationen wechselten sich ab und waren für die 05er nur schwer zu verteidigen.

Köln kommt am Samstag

Am Samstag (15.30 Uhr) erwarten die Frankfurter den 1. FC Köln. Der Tabellenletzte kämpft weiter um seine Chance, den Klassenerhalt nach verkorkster Hinserie doch noch erreichen zu können und die aktuell so schwache Form der Mainzer wird den Rheinländern durchaus Mut machen. Manch ein flehender Blick der Mitarbeiter aus der Rheinland-Pfälzischen Hauptstadt ging daher in Richtung Kovac. Der sagte nur: „Mit einem Sieg gegen Köln können wir uns und vielleicht auch ein paar anderen Vereinen helfen.“

Eintracht im elitären Kreis

Am Sonntag geht dann der gespannte Blick nach Dortmund. Im Fußballmuseum findet ab 18 Uhr die Auslosung für die beiden Halbfinalbegegnungen am 17. und 18. April statt. Neben der Eintracht sind noch der FC Bayern München, FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen eingezogen. „Das ist ein elitärer Kreis“, gab Kovac zu. Sportdirektor Bruno Hübner äußerte seine Präferenz, während die Begegnung zwischen den Gelsenkirchenern und dem VfL Wolfsburg lief: „Der Sieger aus der Partie – aber bitte als Heimspiel.“

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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