Bundesliga

Europas Top-Ligen: Beim Titelrennen droht Langeweile

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Ob Deutschland, England, Frankreich oder Spanien: In vier der fünf Topligen Europas droht ein Endspurt ohne jegliche Spannung, zu stark präsentieren sich die jeweiligen Spitzenreiter in dieser Saison.

Was sich im vergangenen Sommer andeutete, ist Gewissheit geworden. Paris Saint-Germain ist mit dem Traumangriff Edison Cavani, Kylian Mbappe und 222-Millionen-Euro-Rekordtransfer Neymar nicht mehr zu besiegen. Das Team von Trainer Unay Emery sammelte in 19 Partien 50 von 57 möglichen Punkten und liegt somit bereits neun Zähler vor dem AS Monaco. Zu diesem Vorsprung gesellt sich ein um 16 Treffer besseres Torverhältnis. 16 Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage belegen: Paris kann sich auf dem Weg zum Titelgewinn nur selber stoppen.

Die Lage in der Primera Division

In Spanien ist ebenfalls nicht mehr von Spannung im Kampf um die Trophäe der LaLiga zu erwarten. Der FC Barcelona präsentiert sich in Topform und konnte auch im Clasico nicht gestoppt werden. Bei Real Madrid gab es einen 3:0-Auswärtssieg. Die Königlichen wurden somit auf 14 Zähler distanziert, der Tabellenzweite Atletico Madrid liegt bereits elf Punkte zurück. Lionel Messi und Kollegen lassen sich kaum aufhalten, das Torverhältnis von 45:7 beweist: Trainer Ernesto Valverde hat eine gesunde Mischung zwischen Offensive und Defensive hergestellt. Barcelona hat 45 von 51 erreichbaren Punkten gesammelt, bei 14 Siegen gab es nur drei Unentschieden. Der Spitzenreiter ist wohl kaum noch zu verdrängen.

Bayern schon wieder souverän vorne

Ähnlich sieht die Liga in der Bundesliga aus. Der FC Bayern München hat nach anfänglichen Schwierigkeiten unter Carlo Ancelotti mit Nachfolger Jupp Heynckes die Kurve bekommen und sich von der Konkurrenz abgesetzt. Zwischen dem Rekordmeister und dem Zweitplatzierten FC Schalke 04 liegen elf Punkte. Sollten die Münchener den durchaus kniffligen Auftakt mit Partien gegen Bayer 04 Leverkusen, der TSG Hoffenheim oder den Schalkern tadellos überstehen, kann der Champagner wohl schon im Februar kalt gestellt werden. Spannung ist nur noch zu erwarten, wenn es unter Heynckes zu einem Einbruch kommen sollte. Daran glaubt aber niemand in der Bundesliga.

Manchester City überrascht

Überraschenderweise konnte sich Trainer Pep Guardiola mit Manchester City in der Premier League überraschend deutlich absetzen. 55 von 57 Zählern bilden eine fast makellose Bilanz ab, das Torverhältnis von 60:12 ist überragend, der Vorsprung mit 13 Zähler auf Stadtrivale United und 16 Punkte auf den amtierenden Meister Chelsea FC gewaltig. Die Titelkämpfe in den europäischen Topligen: Mit Ausnahme von Italien, wo der SSC Neapel mit 45 Punkten nur knapp vor Juventus Turin (44), Inter Mailand (40) und dem AS Rom (38) liegt, können sich die Fans auf einen entspannten Endspurt einstellen. Die spannenden Entscheidungen werden somit im Rennen um die internationalen Plätze und im Kampf um den Abstieg gefällt.

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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