Bundesliga

Fall Stindl: Kommt Löw nun unter Zugzwang?

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München – Bereits im Herbst 2016 hat fussball.news als einziges Portal in Deutschland statistisch nachgewiesen, dass Bundestrainer Joachim Löw nicht nach Leistung aufstellt und nicht die besten Spieler in die Nationalmannschaft beruft. Am eklatantesten war dies beim Matching Max Meyer (nominiert) – Lars Stindl (noch nie nominiert) ersichtlich.

Löw in der Defensive

Nach diesem genauen Nachweis von fussball.news fühlte sich Löw sogar auf der Pressekonferenz im November 2016 zu einer bemerkenswerten Reaktion genötigt. Er versicherte vor versammelter Presse, dass er vor großen Turnieren sehr wohl die besten Spieler des Landes nominieren wolle und müsse. „Beim Turnier geht es in erster Linie nicht um die Altersstruktur, es geht darum, 23 Spieler zu nominieren, die die besten des Landes auf ihrer jeweiligen Position sind. Wenn also ein 28-Jähriger besser ist, dann erhält er den Vorzug.“ Der 28-Jährige – damit war ziemlich sicher Lars Stindl gemeint. Die Alternative: Hoffenheims Sandro Wagner.

Löw nominierte gegen San Marino sieben (!) Nachwuchsspieler

Und Löw rechtfertigte seinen „Jugendwahn“ vor dem San-Marino-Spiel damit, dass er die sieben Spieler von unter 22 Jahren testen wolle, um sie an internationales Niveau heranzuführen. Kürzlich sagte Löw, er werde zur WM 2018 sein Stammpersonal mitnehmen, dazu nannte er noch fünf Talente, darunter Leon Goretzka, die den Sprung in den Kader schaffen könnten. Von Stindl war da wieder nicht die Rede. Von Sandro Wagner auch nicht.

Gladbach-Funktionäre bleiben diplomatisch

In Gladbach sieht man das Verhalten von Löw mit Argwohn, keiner will aber Stress mit dem Bundestrainer haben. So weisen Vizepräsident Rainer Bonhof und Manager Max Eberl immer nur freundlich daraufhin, dass Löw sich ja auch mal nach geeigneten Spielern in Gladbach umsehen könne.

Was für Stindl spricht

Stindl ist Kapitän eines Europacup-Starters, er erzielt seit über zwei Jahren konstant viele Tore, nur Thomas Müller und Karim Bellarabi können über diesen Zeitraum mithalten, Stindl trifft zudem auch bei international bedeutenden Spielen wie nun der Hattrick auch in Florenz ein erneuter Beweis dafür ist. Stindl kann Sturmspitze wie offensives Mittelfeld spielen, bei der EM 2016 wäre er hinter Mario Gomez die ideale Ergänzung gewesen. Mario Gomez und Thomas Müller stecken in einer tiefen Krise. Karim Bellarabi war lange verletzt und Sandro Wagner spielt noch nicht international und erst seit 1,5 Jahren auf hohem Bundesliga-Niveau. Lars Stindl ist demnach auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren gesehen Deutschlands bester und abgezocktester Angreifer. Wie lange darf Joachim Löw also noch nach nicht leistungstechnischen Aspekten die Nationalmannschaft zusammenstellen und etwa Nachwuchsspieler wie Schalkes Max Meyer nominieren, die zwar gut sind, aber eben nicht so gut wie Stindl?

Stindl hält an seinem Traum fest

Die Nationalmannschaft muss, von „Störenfrieden“ abgesehen, die besten Spieler vorweisen. Stindl hat noch nie für Deutschland gespielt – nicht mal gegen San Marino. Im März 2016 sagte Stindl der Sport-Bild: „Natürlich habe ich weiter den Traum, mal für mein Land zu spielen, und den werde ich auch nicht aufgeben.“

Über Daniel Michel