Bundesliga

Gladbach überrennt Stuttgart

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München – Borussia Mönchengladbach hat am 24. Spieltag in der Bundesliga zuhause gegen den VfB Stuttgart mit 4:0 gewonnen. Thorgan Hazard brachte Gladbach in der 16. Minute in Führung. Nach der Pause trafen Raffael (60.) und Patrick Herrmann (68.) für die Gastgeber. Kevin Großkreutz unterlief ein Eigentor (90.)

Jeweils zwei Veränderungen

Nach dem 2:2 am Wochenende gegen den FC Augsburg veränderte Borussia-Trainer Andre Schubert die Startelf auf zwei Positionen. Ibrahima Traore musste zunächst auf der Bank Platz nehmen, für ihn spielte Thorgan Hazard von Beginn an, außerdem kehrte Lars Stindl nach einer Gelbsperre zurück. Auch VfB-Coach Jürgen Kramny nahm zwei Änderungen gegenüber der überraschenden Niederlage gegen Tabellenschlusslicht Hannover 96 vor. Didavi (nach Gelbsperre) rutschte für Maxim in die erste Elf, Martin Harnik ersetzte Lukas Rupp.

Hazard dreht auf

Vor allem Hazard schien in den ersten Minuten das Vertrauen seines Trainers zurückzahlen zu wollen. Der Belgier sorgte zu Beginn gleich einmal für Unruhe in der Stuttgarter Hintermannschaft. Zwei Mal hatte Hazard überraschend viel Platz auf dem Flügel, einmal klärte die Abwehr der Gäste in höchster Not, eine weitere scharfe Hereingabe des 22-Jährigen fand in der Mitte keinen Abnehmer. Stuttgart wurde zunächst nur durch Standardsituationen richtig auffällig. Eine Freistoßhereingabe von Daniel Didavi aus dem Halbfeld köpfte Timo Werner aber deutlich am Tor vorbei.

Mönchengladbach erhöhte in der Folge die Schlagzahl und gewann mehr und mehr die spielerische Überhand. Ein punktgenauer Diagonalpass von Granit Xhaka landete auf dem rechten Flügel bei Fabian Johnson, der an seinem Bewacher vorbei in den Strafraum bis an die Grundlinie lief und in der Mitte den völlig freien Hazard bediente. Der Belgier drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie, keine Chance für VfB-Keeper Pzemyslaw Tyton (16. Minute).

Gladbach verpasst die Vorentscheidung im ersten Durchgang

Den flotten Beginn der Gastgeber trübte nur die Oberschenkelverletzung von Oscar Wendt, der nach 28 Minuten von Martin Hinteregger ersetzt werden musste. Dem Spielfluss der „Fohlen“ tat der erzwungene Wechsel allerdings keinen Abbruch, Gladbach blieb weiterhin die bestimmende Mannschaft. Die Angriffe der Schwaben unterbanden die Borussen früh, zumeist schon im Mittelfeld.

Schon vor der Pause hätte Gladbach für eine komfortablere Führung sorgen können. In der 36. Minute schob Raffael den Ball an Tyton vorbei und legte quer. Stindl in der Mitte konnte den Ball aber in Bedrängnis nicht im leeren Tor unter bringen. Zwei Minuten vor der Pause dann klatschte der Ball ans Stuttgarter Aluminium. Wieder war Raffael der Vorbereiter, die Direktabnahme von Hazard aus 15 Metern rauschte aber an den Querbalken, im Anschluss parierte VfB-Keeper Tyton den Nachschuss des Belgiers auf der Linie (43.).

Gladbach setzt gefährliche Konter

Zur Pause wechselte Kramny auf zwei Positionen. Timo Werner und Serey Die blieben in der Kabine, Rupp und Artem Kravets kamen in die Partie. Und der eingewechselte Ukrainer hätte die Stuttgarter mit seiner ersten Aktion gleich zurück ins Spiel bringen können. Kostic‘ Flanke verlängerte Johnson ungewollt, Sommer im Tor der Gäste klärte den Kopfball von Kravets allerdings mit einer sehenswerten Parade (47.).

Stuttgart stand nun höher, Gladbach lauerte auf Konter – und die sollten sich auch ergeben: In der 57. Minute wird Raffael von Hazard geschickt, der Winkel für den Brasilianer war aber zu spitz, der Ball ging deutlich vorbei. Im Anschluss kombinierte sich Gladbach über mehrere Stationen durch die Reihen der Stuttgarter. Stindl legte als letzter Passgeber in halblinker Position auf Hazard ab, dessen Schlenzer das Tor jedoch knapp verpasste (58.).

Wiederum nur eine Minute später war es Hinteregger, der den Ball von der linken Seite in die Mitte gibt. Christian Gentner und Tyton konnten sich nicht einig werden, wer den Ball zu klären hat. Nutznießer Raffael schnappte sich den Ball und drückte das Leder unter dem Keeper hinweg aus 14 Metern in die Maschen (59.).

Rückkehrer Herrmann überzeugt

Der starke Hazard hatte nach 68 Minuten Feierabend, Patrick Herrmann kam in die Partie – und benötigte nur knapp eine Minute, um für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Von Mahmoud Dahoud bedient, zog der Rückkehrer vom rechten Flügel in den Strafraum und hob den Ball mit viel Überblick am Torwart vorbei ins lange Eck. Den Endstand besorgte dann bezeichnenderweise ein Stuttgarter selbst. Herrmanns Flanke von rechts landete bei Kevin Großkreutz am langen Pfosten, der den Ball zum 4:0 über die eigene Linie stolperte.

Mit dem Sieg behauptet Gladbach den vierten Platz in der Tabelle und bleibt auf Tuchfühlung zum direkten Champions-League-Platz. Ein enttäuschendes Stuttgart bleibt im Mittelfeld der Tabelle hängen und hat nur noch fünf Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.


Wechsel:

Gladbach

28. Hinteregger für Wendt
66. Herrmann für Hazard
82. Korb für Dahoud

Stuttgart

46. Rupp für Die
46. Kravets für Werner
66. Maxim für Gentner


Schiedsrichter: Tobias Welz


Zuschauer: 43.627


Gelbe Karten: Die (46./Stuttgart), Hazard (54./Gladbach), Harnik (83./Stuttgart)

Über Max Rinke

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