Borussia Mönchengladbach

Grifo: Daran erkennt man einen Straßenfußballer

am

Vincenzo Grifo ist nicht den klassischen Ausbildungsweg der Talente gegangen. Der Italiener war in keinem Internat und musste neben den Trainingseinheiten einer ganz normalen Beschäftigung nachgehen. Der 24-Jährige will diese Zeit dennoch nicht missen und erklärt, was ihn dadurch womöglich ganz besonders auszeichnet.

Die TSG Hoffenheim bekam bei der 1:3-Niederlage am zehnten Spieltag zu spüren, was Grifo im kicker als Straßenfußballer definiert. Er nahm es kurz vor dem Strafraum mit drei Gegenspielern auf, setzte zum Dribbling an und fand in letzter Sekunde Matthias Ginter, der eiskalt zum 2:1 für die Gladbacher verwertete. „Mich hat der Bolzplatz zu dem Kicker gemacht, der ich bin: eher der Typ Instinktfußballer und einer, der mal für die etwas anderen Aktionen gut ist. Bisschen Zocken ist dabei“, erklärte er den Unterschied zu Akteuren, die ihr halbes Leben in einem der vielen Leistungszentren verbracht haben.

Arbeit neben dem Training

Grifo wechselte erst in der A-Jugend zum Karlsruher SC und arbeitete parallel dazu als KFZ-Mechatroniker. Die Profikarriere blieb aber immer das Ziel, „das ich immer fest vor Augen“ hatte. Der Mittelfeldspieler hat dafür auf vieles verzichtet: „In Karlsruhe ging ich bis vier Uhr arbeiten, danach ins Training beim KSC. Freizeit war ein ziemliches Fremdwort.“

Traum Nationalmannschaft

Er kann heute voller Stolz sagen: „Es hat sich ausgezahlt, wie man sieht.“ Stand Grifo nicht in der Werkstatt, verbrachte er die Zeit mit Fußball „auf dem Bolzplatz. Jeden Tag war ich dort, viele, viele Stunden lang. Der liebe Gott hat mich für diesen Fleiß belohnt. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Er weiß nicht, ob er im Internat zu dem Fußballer geworden wäre, der er heute ist. Einer, der bald schon den ganz großen nächsten Schritt geht? „Es stimmt, dass die italienische Nationalmannschaft mein Traum ist“, gab er zu. Arbeitet sich der Straßenfußballer tatsächlich nach ganz oben durch?

Über Christopher Michel

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.