Champions League

Hamann: „Mein Mitleid mit Karius hält sich in Grenzen“

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Dietmar Hamann ist beim FC Liverpool eine Legende der jüngeren Vereinsgeschichte. Viele Fans der Reds sind bis heute überzeugt, dass die Einwechslung des Mittelfeldspielers die Wende im Champions-League-Finale 2005 gegen den AC Mailand (3:2 Sieg im Elfmeterschießen nach 0:3 Pausen-Rückstand) brachte. Die Meinung des ehemaligen Nationalspielers hat durchaus Gewicht. Der meldet sich nun in einer Kolumne bei Sport Bild über das verlorene Endspiel gegen Real Madrid zu Wort.

„Mein Mitleid mit Torhüter Loris Karius hält sich in Grenzen“, schrieb Hamann. „Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass er mit seinen zwei Fehlern das Finale mitentschieden hat. So etwas darf zwar nicht, kann aber auch einem Prof passieren. Was mir nicht gefallen hat, ist sein Verhalten danach.“ Das öffentliche Leiden vor der Fankurve sei unnötig gewesen, weil im Verein das Motto „You’ll never walk alone“ so oder so gelebt werde. Bei Karius stimme allerdings das Ego nicht mit der Leistung überein. „Karius fährt durch Liverpool mit einem personalisierten Kennzeichen „LK1“, macht in der Stadt mit seinen Auftritten immer kräftig die Welle“, so der 44-Jährige. Ein Cristiano Ronaldo könne sich das erlauben, ein Torhüter, der noch nichts erreicht habe, nicht.

Es fehlt die Gewinner-Mentalität

„Statt ständig den dicken Max zu machen, würde dem 24-Jährigen mehr Bescheidenheit und Demut besser zu Gesicht stehen“, so sein scharfes Urteil. Der Mannschaft fehle es insgesamt an einer Gewinner-Mentalität. „Es kann kein Zufall sein, dass Liverpool nun schon sein drittes Finale unter Jürgen Klopp verloren hat“, so Hamann. Um endlich wieder Titel zu gewinnen müsse der Verein die Mannschaft in zwei, drei Positionen verstärken. „Wenn ein zuvor zwei Monate verletzter Adam Lallana den Starspieler Mohamed Salah ersetzen muss, zeigt das, dass die Bank und der Kader in der Breite zu dünn besetzt sind.“ Der Ägypter hatte das Finale von Kiev mit Schulterverletzung nach einer halben Stunde verlassen müssen, die Königlichen danach das Spiel mehr und mehr an sich gerissen.

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