2. Bundesliga

Hannover 96: Darum wird Philipp Tschauner Zieler-Nachfolger

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Hannover – Hannover 96 startet nach dem Abstieg am Freitag in die 2. Bundesliga. Durch den Abgang von Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler (Wechsel zum englischen Meister Leicester City FC) entbrannte ein Kampf um den Platz zwischen den Pfosten. Dabei setzte sich Philipp Tschauner (30) letztlich wohl gegen Samuel Sahin-Radlinger (23) durch.

Tschauner geht als Nr. 1 in die Saison

Zum Trainingsstart am 21. Juni ließ Trainer Daniel Stendel die Zieler-Nachfolge offen. In der Vorbereitung spielte mal Tschauner. Im nächsten Test dann Sahin-Radlinger. Beide zeigten ihre Stärken und auch ihre Schwächen. Bis vor dem letzten Testspiel am Samstag gegen Norwich City war nicht klar, wer gegen zum Ligaauftakt in Kaiserslautern das Tor hüten wird. Allerdings sollte die neue Nr. 1 bei diesem Test im Tor stehen. Das Tor hütete der 30-Jährige Tschauner beim 3:2 gegen den Premier League-Absteiger. Damit dürfte die Wahl auf den Ex-St. Paulianer gefallen sein.

Erfahrung statt Talent

Mit dieser Entscheidung setzt der Coach auf die Erfahrung aus 153 Spielen in der 2. Bundesliga. 54 Mal hütete der 1,96 Meter lange Keeper zwischen 2006 und 2011 für 1860 München das Tor. Danach kam der gebürtige Schwabacher bis 2015 in 109 Zweitligaspielen für den FC St. Pauli zum Einsatz. In der vergangenen Saison war saß Tschauner hinter Zieler auf der 96-Bank. Sahin-Radlinger stand bisher meist in der Regionalliga im Tor. Ein Spiel in der österreichischen Bundesliga steht für den 23-Jährigen zu Buche.

[inline-ad] Tschauner im Mannschaftsrat

Auch innerhalb der Mannschaft scheint man viel Wert auf die Meinung Tschauners zu legen. Der Torhüter wurde vor einer Woche in den Mannschaftsrat gewählt. Das sechsköpfige Gremium wird von Manuel Schmiedebach, Edgar Prib, Oliver Sorg und Artur Sobiech komplettiert. Auch das könnte letztlich die Entscheidung des Trainers mit beeinflusst haben. Der Keeper selbst zeigte sich, zwischen letzten Test am Samstag und Saisoneröffnung am Sonntag, glücklich über die Entscheidung: „Ich bin stolz und glücklich, als Nummer für Hannover 96 in die Saison zu gehen“, äußerte sich der 30-Jähirge gegenüber des vereinseigenen 96 TVs.

Moderne Taktik gegen klassisches Torwartspiel

Die Torwart-Entscheidung birgt ein gewisses Risiko. Stendel ließ sein Team in den Testspielen äußerst hoch verteidigen. Die Außenverteidiger wurden immer wieder von ihm nach vorne geschickt, wenn sie sich bei Ballbesitz in der eigenen Hälfte aufhielten. Gegen Norwich wurde zum Teil an der Mittellinie auf Abseits gespielt. Für diese Spielweise wird ein mitspielender Torwart, wie es Ron-Robert Zieler war, benötigt. Tschauner steht eher für das klassische Torwartspiel und verlässt selten den eigenen Fünfer und den Sechzehner. Sahin-Radlinger spielte in der Jugend lange als Feldspieler, ehe er zwischen die Pfosten wechselte. Dadurch ist er mit dem Fuß stark am Ball und verkörpert das moderne Torwartspiel. Dennoch muss sich der ehemalige österreichische U21-Nationaltorwart zunächst mit dem Platz auf der Bank begnügen.

Über Tobias-Felix Krause

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