2. Bundesliga

Hannover 96 zeigt seine zwei Gesichter – 3:1 nach 0:1 gegen Würzburg

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Hannover – Hannover 96 siegt 3:1 im Heimspiel gegen die Aufsteiger vom FC Würzburger Kickers. In einer dramatischen Nachspielzeit überschlagen sich förmlich die Ereignisse. Die Treffer vor 31.200 Zuschauern erzielten lia Soriano (24.) für Würzburg und Martin Harnik (59./FE/90.+6), sowie Felix Klaus (67.) für die Hausherren.

Aus der HDI-Arena berichtet fussball.news-Reporter Tobias Krause.

Schwache Gastgeber in erster Hälfte

„Für das was wir in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht haben, fehlen mir jetzt die Worte. In der Halbzeitpause habe ich eine Menge Worte gefunden“, erklärte 96-Coach Daniel Stendel nach der Partie gegenüber den wartenden Journalisten, darunter auch Tobias Krause von Fussball.news. Das musste er auch. Sein Team hatte bis zum Pausenpfiff wirklich alles vermissen lassen, womit man ein Spiel gewinnen kann. Geradezu einschläfernd traten die „Roten“ auf. Der Gast aus Würzburg konnte daraus zunächst kein Kapital schlagen. Ging dann aber mit dem zweiten Torschuss durch Elia Soriano (24.) in Führung. Bereits nach 38 Minuten nahm Stendel den schwachen Sebastian Maier aus der Partie. „Es hätte aber auch jeden anderen treffen können“, stellte der Trainer süffisant fest. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause. Kickers-Coach Bernd Hollerbach war mit dem Spielgeschehen natürlich zufrieden: „Gerade die erste Halbzeit war richtig gut, da haben wir das Spiel im Griff gehabt, nichts zugelassen, waren aggressiv und haben dann ein sehr, sehr schönes Tor herausgespielt.“

96 nach Wiederanpfiff wie ausgewechselt

Veränderte Vorzeichen dann nach dem Seitenwechsel. 96 kam wie ausgewechselt aus der Kabine. Bis zur 59. Minute mussten sich die Heimfans allerdings gedulden. Da verwandelte Martin Harnik einen an Waldemar Anton verursachten Foulelfmeter sicher zum 1:1-Ausgleich. Die „Roten“ wollten mehr. Und sie bekamen mehr. Nur acht Minuten später war die Partie komplett gedreht. Felix Klaus vollendete aus elf Metern nach einem tollen Angriff. Waldemar Anton nahm mit einem herrlichen Zuspiel Edgar Prib auf dem linken Flügel mit, der den Ball flach vor das Tor brachte. Dort verpasste zunächst Kenan Karaman und trat ein Luftloch. Nutznießer war Felix Klaus. Nach 67 Minuten stand es nun 2:1. Damit war der Gäste-Trainer dann nicht mehr zufrieden: „Wir haben dann in der zweiten Halbzeit einen unnötigen Elfmeter gefangen, der auch berechtigt war. Dann sind wir unter Druck geraten, weil Hannover natürlich auch richtig Qualität hat.“ Ganz anders sein Gegenüber. „In der zweiten Hälfte haben wir deutlich mehr Moral gezeigt und haben verdient den Ausgleich geschossen, haben den Schwung mitgenommen, dann relativ schnell das 2:1 gemacht. Die Dramatik am Ende, das sind Spiele die man manchmal braucht, um einen Schub mitzunehmen“, fasste der 96-Coach das Geschehen zusammen.

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Dramatische Schlussphase

Apropos Nachspielzeit. Dort überschlugen sich dann die Ereignisse. In Minute 91 boxte Samuel Sahin-Radlinger einen höhen Ball an den Elfmeterpunkt aus der Gefahrenzone. Dabei räumte er aber auch den Würzburger Patrick Weihrauch ab. Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen zeigte zum zweiten Mal auf den Punkt und entschied umstritten auf Strafstoß. Es sollte die große Stunde des Samuel Sahin-Radlinger schlagen. Richard Weil trat an und setzte einen platzierten Schuss auf die untere linke Ecke. Der 96-Keeper blieb lange stehen, ahnte die richtige Ecke, tauchte blitzschnell ab und konnte den Schuss abwehren. Den Nachschuss von Valdet Rama klärten dann Stefan Strandberg und Sahin-Radlinger gemeinsam. Ein Mensch namens „Weil“ kann eben einfach nichts gegen 96 unternehmen. Doch damit nicht genug. In der 95. Minute kam Gäste-Keeper Robert Wulnikowski bei einem Eckball seines Teams in den Strafraum der Hausherren. 96 klärte die Situation, fuhr einen eigenen Konter, den Martin Harnik mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 Endstand abschloss (96.).

Hannover fährt so als Dritter und mit dem Selbstvertrauen aus den Siegen am Mittwoch im Pokal (6:1 gegen Fortuna Düsseldorf) und am Sonntag in der Liga zum Derby beim Tabellenführer.

Über Tobias-Felix Krause