Bundesliga

Hat sich Müller den Platz im Tor erkämpft?

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Der FSV Mainz 05 konnte sich beim 0:0 gegen den Hamburger SV einzig und allein bei Torhüter-Debütant Florian Müller bedanken. Der Schlussmann zeigte eine überragende Leistung und wurde vom kicker sofort zum Mann des Tages auserkoren. Kann ihn Trainer Sandro Schwarz nach einer solchen Top-Leistung rausnehmen, wenn Rene Adler fit werden sollte?

„Ich möchte das nicht aus den Emotionen des Spiels heraus entscheiden“, sagte der Coach gegenüber Bild. Er wolle am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor der Begegnung gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend (20.30 Uhr) klar Stellung dazu beziehen. Wird ein 20-Jähriger der entscheidende Faktor im Abstiegskampf? „Man merkt, er ist ein absoluter Wettkampftyp“, lobte Sportvorstand Rouven Schröder.

Müller hat Lust auf mehr

Müller selbst habe sich noch keine Gedanken darüber gemacht, ob er Adler dauerhaft verdrängen könne. Der Matchwinner sagte nur: „Lust auf mehr hat’s ja schon gemacht, ja!“ Der vor der Saison als großer Hoffnungsträger geholte Adler durchlebt aktuell schwierige Zeiten. Erst war er monatelang verletzt, dann missglückte sein Comeback im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt (0:3) völlig und am vergangenen Wochenende setzte ihn eine Grippe außer Gefecht.

Geht er den Weg wie Adler?

Er selbst hat Erfahrungen damit gemacht, einen Torwart nach einer starken Leistung zu verdrängen. Hans-Jörg Butt sah noch zu Zeiten bei Bayer 04 Leverkusen die Rote Karte und wurde von Adler gegen Schalke ersetzt. Der zeigte beim 1:0-Sieg eine herausragende Leistung – und hat damit den Grundstein für eine große Karriere gelegt. Ob Müller diesen Weg nach einer – wie Schwarz sagte – „großartigen, überragenden“ Leistung ebenfalls gehen kann?

Müller holt sich Tipps ab

Wer eine solche Feuertaufe übersteht, der ist mental für den Abstiegskampf gerüstet. Die Mannschaft vertraut dem gebürtigen Saarländer, der 2013 in die U17 der Mainzer gewechselt ist. Eine Kampfansage in Richtung Adler wollte er nicht abgeben. Die beiden Konkurrenten pflegen einen guten Kontakt miteinander, Müller sagte: „Rene kam nach dem Training zu mir und hat mir geraten, ich solle die Ruhe bewahren, einfach spielen und mich nicht von der Stimmung rundum anstecken lassen.“

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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