Bundesliga

Wie Hoeneß auf Talente-Jagd geht

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München – Ende Februar kommt der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß aus dem Gefängnis. Bis Anfang Juli will sich der derzeitige Assistent der Abteilungsleitung Junior-Team entscheiden, wie es für ihn beim FC Bayern weitergeht.

Hoeneß forciert Förderung der Talente

In wenigen Wochen ist Uli Hoeneß wieder ein freier Mann. Am 29. Februar kommt der verurteilte Steuerbetrüger auf Bewährung aus dem Gefängnis frei. Zeitgleich endet auch Hoeneß` Arbeitsvertrag in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München. Welche Position der ehemalige Präsident im Verein künftig anstrebt, will er sich bis Juli überlegen. Nach Sport-Bild-Informationen wird Hoeneß ab März aber weiterhin zwei- bis dreimal die Woche an der Säbener Straße vorbeischauen, um der Jugendabteilung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ziel seiner Bemühungen: Hoeneß will den nächsten David Alaba herausbringen. Der Österreicher war bisher der letzte Jugendspieler, der sich in der Profimannschaft der Bayern durchsetzte. Das ist über fünf Jahre her – zu wenig für einen Verein mit den Ansprüchen des Rekordmeisters.

Hoeneß schon lange als Talent-Förderer

Hoeneß gilt schon lange als Talent-Förderer. An den letzten großen Jugendtransfers der Bayern war er maßgeblich beteiligt – auch bei Alaba. Der damalige Jugendleiter Werner Kern hatte den 16-Jährigen von Austria Wien geholt, gab ihm einen Fördervertrag. Als das der damalige Präsident Hoeneß mitbekam, ließ er den jungen Alaba schnell eine Klausel unterschreiben: Nach fünf Profi-Spielen sollte er sofort einen Profi-Vertrag bekommen. Als Alaba das bereits mit 17 Jahren schaffte, waren interessierte europäische Topklubs chancenlos. 2008 kostete Alaba die Bayern 150 000 Euro, heute beträgt sein Marktwert 45 Millionen Euro. „Uli Hoeneß war für Davids Karriere eine wichtige Person, er war mit daran beteiligt, dass er es geschafft hat“, sagte Alabas Vater und Berater George.

Müller-Abgang verhindert

Den bereits ausgehandelten Abgang von Thomas Müller zu Hoffenheim hatte Hoeneß mit einem Veto in letzter Minute verhindert. Auch Hannover-Coach Thomas Schaaf zog gegen Hoeneß einst den Kürzeren. Der damalige Bremer Trainer meldete sich bei Werder-Fan Toni Kroos, damals 16, einen Tag zu spät. Hoeneß war bereits persönlich zu Kroos nach Rostock geflogen, um ihn zu überzeugen. Für 2,3 Mio. Euro wechselte Kroos von Hansa in die Bayern-Jugend. Beim Transfer des deutschen U-17-Nationalspielers Timothy Tillman (17) im Sommer aus Fürth, zog Hoeneß laut Sport-Bild wieder im Hintergrund die Fäden. Der Mutter des Talents wurde ein Job vermittelt, Bruder Malik wechselte gleich mit zur U 14. Die Vorgehensweise der Münchener erntete Kritik von Fürths Präsident Helmut Hack.

Talente undiszipliniert

Hoeneß` Engagement kann den Bayern nur recht sein. Zuletzt gab die Nachwuchsabteilung der Münchner nämlich kein gutes Bild ab. Sinan Kurt wurde mit vielen Nebengeräuschen aus Gladbach abgeworben, verschenkte seine Bayern-Karriere aber, weil er durch chronische Unlust auffiel. Die Bayern verkauften das Talent diesen Winter mit einem Transfer-Minus von rund 2,5 Millionen Euro nach Berlin. Franck Riberys kleiner Bruder Steeven wurde in der Hinrunde wie Kurt zwischenzeitlich freigestellt nach einer Tätlichkeit gegen einen Mitspieler. Talent Gianluca Gaudino wurde erst vom Profi-Kader getrennt, flüchtete danach nach St. Gallen (Schweiz) per Ausleihe.

Kauczinski soll nach München kommen

Hoeneß kämpft aber nicht nur um junge Spieler, sondern auch um talentierte Nachwuchstrainer. Jens Nagelsmann bestellte er vor dieser Saison zu sich ins Büro nach München, um ihn als Coach für die U 17 des FC Bayern zu gewinnen. Hoffenheim erteilte Nagelsmann jedoch keine Freigabe. Im Sommer wird der erst 28-Jährige nun Huub Stevens bei der TSG als Cheftrainer beerben. Zur kommenden Saison soll laut einem Bericht der Münchner tz Markus Kauczinski (45) an die Isar geholt werden. Der Trainer der Karlsruher Profis hat eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags abgelehnt, könnte die Münchner Jugendabteilung verstärken. Das neue Jugendzentrum des FC Bayern soll zur Saison 2017/18 eröffnet werden.

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Über Carsten Ruge

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