England

Kahn: Karius kann an seinen Fehlern wachsen — oder zerbrechen

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Oliver Kahn hat mit seiner Analyse unmittelbar nach dem Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid für hohe Wellen gesorgt. Dem langjährigen Kapitän der Nationalmannschaft habe es an Empathie gefehlt, so die weitgehend einhellige Meinung über die heftige Kritik Kahns an Torhüter Loris Karius, der mit zwei eklatanten Fehlern die Niederlage der Reds mitverschuldete. Der TV-Experte erklärte nun im Spiegel, wie Karius gestärkt aus der Sache hervorgehen kann.

Er solle sich ein Beispiel an Bastian Schweinsteiger nach dessen Fehlschuss im Elfmeterschießen beim verlorenen „Finale dahoam“ in der Königsklasse gegen den FC Chelsea nehmen, so Kahn.“Was wurde damals für eine Häme über ihn ausgeschüttet. Ein Jahr später wurde er Champions-League-Sieger und 2014 Weltmeister, weil er die richtigen Schlüsse gezogen hat. Ich wünsche Loris Karius, dass es ihm gelingt, ähnlich gestärkt aus diesem Erlebnis hervorzugehen.“ Sein ehemalige Mannschaftskollege bei den Bayern war allerdings deutlich erfahener als Karius es jetzt ist. Für einen jungen Spieler erfordere es viel harte mentale Arbeit, die Erlebnisse in etwas Positives umzumünzen.

Fehler nicht banalisieren

Kahn bezog auch Stellung zur Reaktion auf seine Analyse nach dem Spiel. „Für Phrasendrescherei nach dem Motto ‚Kopf hoch, das wird schon wieder‘ bin ich nicht zu haben. Weil es der Situation nicht gerecht wird, sondern sie banalisiert.“ Der 86-fache Nationalspieler hatte unter anderem Karius‘ tränenreiche Entschuldigungsgesten vor der Fankurve Liverpools kritisiert. „Entscheidend ist immer die eigene Authentizität. Wenn ich wirklich das Bedürfnis in mir spüre, meine Gefühle zu zeigen, dann sollte ich das tun“, präzisierte er nun seine Meinung. Er selbst habe nach wichtigen verlorenen Spielen eher eine Leere in sich gespürt. Kahn verlor unter anderem das Finale der Weltmeisterschaft 2002 gegen Brasilien nach eigenem Fehler.

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