Bundesliga

Klinsmann: Kritik an seiner Entwicklung

am

Nach seinem Wechsel im Sommer nach Berlin und dem starken Debüt im Dezember ist es ruhig um Jonathan Klinsmann geworden. Der Torhüter von Hertha BSC entwickelt sich nicht wie gewünscht und soll noch Probleme mit der Persönlichkeit haben, bescheinigt ihm sein Trainer.

Im Sommer wechselte Jonathan, Sohn von Jürgen, Klinsmann von den California Golden Bears der University of Berkeley zu Hertha BSC. Der 20-Jährige, dem großes Talent nachgesagt wird, wollte sein Glück in Europa versuchen und sah Hertha als perfekte erste Anlaufstation an. „Ich kam vom College. Da ist das hier sportlich eine andere Welt. Der Unterschied ist riesengroß. Aber das ist definitiv das, was ich wollte. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf diesem Level spielen kann“, so Klinsmann. „Auf lange Sicht die Nummer eins bei Hertha zu werden und Berlin zu repräsentieren“, formulierte er gegenüber dem kicker sein Ziel. Aktuell ist der Keeper jedoch sehr weit weg von diesem Traum.

Kritik von Torwarttrainer

Zsolt Petry, Torwarttrainer bei Hertha BSC, sieht noch deutlichen Verbesserungsbedarf bei Klinsmann. „Das Können hat er, aber er bringt es nicht jeden Tag in der Praxis auf den Platz. Das vermissen wir im Trainerteam alle von ihm. Die vergangenen zwei, drei Monate sind nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Das seriöse, ernsthafte, fokussierte, deutsche Arbeiten hat ihn noch nicht ganz erreicht, das ist noch zu viel Amerikanisch drin“, erklärte der Ungar dem kicker. Es sind also nicht die sportlichen, sondern die menschlichen Tugenden, die dem Nachwuchs-Keeper fehlen. „Die Persönlichkeitsentwicklung ist etwas hängengeblieben. Das siehst du im Training: Er spricht wenig mit den Mitspielern, hat wenig Kontakt, wenig Ausstrahlung, Überzeugung und Entschlossenheit. Mit einem Wort – ihm fehlt noch die Körpersprache“, analysierte Petry.

Klinsmann soll von Neuer und co. lernen

Um das zu lernen, soll sich Klinsmann Dinge bei den etablierten deutschen Bundesliga-Torhütern abschauen. „Er muss es erzwingen, dass er seine Mitspieler coacht. Er muss es erzwingen, dass er bei einem Ball aggressiver aus dem Tor rauskommt. Das ist das, was junge Torhüter in der Bundesliga ausmacht, die es in seinem Alter geschafft haben: Manuel Neuer, Bernd Leno, René Adler“, so Petry. Sollte sich Klinsmann in diesem Bereich nicht möglichst schnell steigern, könnte es für ihn in der kommenden Saison eng werden. Mit Marius Gersbeck (Osnabrück) und Nils Körber (Münster) kehren zwei talentierte Schlussmänner von ihren Leihen wieder, auch Eigengewächs Dennis Smarsch drängt sich auf. In dieser Woche soll die Ausrichtung für die nächste Spielzeit bei Hertha BSC besprochen werden.

Über Marc Schwitzky

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.