Bundesliga

Kovac wünscht seinem Ex-Klub HSV den Klassenerhalt

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Das Stühlerücken beim Hamburger SV hat ein Beben in der Bundesliga verursacht. Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac war als Spieler von 1999 bis 2001 bei den Hanseaten tätig und durfte mit dem Klub in der Champions League mitwirken. Seitdem hat sich viel verändert beim HSV! Eine Entwicklung, die der Kroate bedauert.

Nach 15 Monaten war Schluss: Heribert Bruchhagen musste sein Amt als Vorstandsvorsitzender beim HSV niederlegen, er wurde freigestellt und wird sich damit höchstwahrscheinlich aus dem Bundesliga-Alltag verabschieden. Kovac hatte sofort den Kontakt zum 69-Jährigen gesucht und mit ihm am Donnerstagabend telefoniert. „Uns verbindet etwas“, sagte der 46-Jährige auf Nachfrage von fussball.news bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund (Sonntag/18 Uhr) und erinnerte an seinen Beginn bei der Eintracht am 8. März 2016 zurück: „Er ist dafür verantwortlich, dass ich heute hier bin! Dafür gilt ihm mein allergrößter Dank.“ Es tue ihm Leid, „dass Heribert beurlaubt wurde.“

Bruchhagen-Entlassung als negativer Höhepunkt

Es ist der nächste Höhepunkt einer negativen Entwicklung des Bundesligadinos, der sich seit Jahren schon auf dem Abwärtstrend befindet. Der Klassenerhalt wird angesichts von inzwischen zwölf Spielen ohne Sieg und erst 18 Zählern auf dem Konto immer unwahrscheinlicher. Am Samstag (15.30 Uhr) geht die Reise zum FC Bayern München  – die Ergebnisse der vergangenen Jahren haben enorme Schmerzen bei den Hanseaten verursacht.

Kovac bedauert Entwicklung

„Es tut mir Leid, was mit dem HSV passiert“, bedauerte Kovac. Zu seiner Zeit ging es dem Klub deutlich besser: Im ersten Jahr landeten sie – auch dank vieler Treffer des Kroaten – auf dem Champions-League-Rang drei, wenige Monate später war er dann als Torschütze ein entscheidender Protagonist beim historischen 4:4 gegen Juventus Turin in der Königsklasse. Auch persönlich bedeutete ihm die Zeit im Norden der Republik einiges, „schließlich kam da auch meine Tochter zu Welt.“

„Es ist noch nicht vorbei!“

Der Klub solle aber noch nicht aufgeben, „es ist noch nicht vorbei.“ Kovac selbst kennt die Situation, wenn die Ausgangslage aussichtslos erscheint. Er heuerte vor zwei Jahren bei den Hessen an, als diese sich in Abstiegsnot befanden. Vier Spieltage vor dem Ende der Saison lagen die Nicht-Abstiegsplätze sieben Zähler entfernt. Ein Endspurt mit drei Siegen und dem Erfolg in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg (1:1/1:0) bedeuteten aber Rettung in letzter Sekunde und den Beginn einer Erfolgskurve, die steil nach oben verläuft.

Kovac wünscht dem HSV den Klassenerhalt

Der Coach würde dem HSV einen ähnlichen Verlauf wünschen. „Es gibt viele, die dem Klub wünschen, dass er mal absteigt – ich gehöre nicht dazu“, stellte Kovac klar. Er sei stolz darauf gewesen, „teil dieses großen Klubs“ gewesen zu sein. Kovac schwärmte: „Es ist wirklich ein toller Klub: Mit tollen Fans, einer schönen Stadt und einer großen Historie.“ Der Trainer der Frankfurter würde sich wünschen, „dass sie es noch schaffen und es danach in eine Richtung geht: Nach oben!“

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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