Bundesliga

Labbadia: „Ich fühlte mich unersetzlich“

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München- HSV-Trainer Bruno Labaddia hat im Interview mit dem kicker kritisch über seine Fehler in der Vergangenheit nachgedacht und erklärt, wo er sich verbessern will.

Labaddias Erfahrung mit Helmes

Gegenüber dem Fachmagazin erklärte der HSV-Coach, dass Patrick Helmes als Hospitant das Hamburger Trainingslager in der Klosterpforte besuchen wolle. Helmes spielte in Leverkusen unter dem Trainer Labaddia. Der hatte hin und wieder Probleme, den Stürmer zu Höchstleistungen zu kitzeln. Heute wisse Helmes die harte Arbeit des Trainerteams zu würdigen, berichtete Labaddia und will aus seinem Umgang mit dem Ex-Spieler lernen. Er wolle daher noch mehr daran arbeiten, „die Spieler zu erreichen und Verbindungen zu ihnen aufzubauen.“ Zudem will er sich noch intensiver mit ihnen und ihren Themen auseinandersetzen: „Das ist die Voraussetzung dafür, um sie entwickeln und ihnen etwas mitgeben zu können.“

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Labaddia fühlte sich „unersetzlich“

Labaddia räumte Fehler in seiner Anfangszeit als Trainer ein und verwies auf mangelnde Erfahrung. „Ich habe gelernt, geduldiger zu sein, noch mehr Freude auszudrücken. In meiner Anfangszeit als Trainer ging es nur bergauf: Der Aufstieg in die 3. Liga mit Darmstadt, dann 2. Liga mit Fürth, dann Leverkusen und Hamburg – da fühlst du dich schnell unersetzlich.“ Das erste mal bergab ging es für den 50-Jährigen als Trainer 2010, als er während seiner ersten Amtszeit beim HSV entlassen wurde.

„Ein erster Wendepunkt“, so Labaddia. „Ich merkte plötzlich, dass sich das Rad auch ohne mich weiterdreht – und zwar schon nach einer Stunde.“ Seitdem überprüfe er sich intensiver, achte immer darauf, dass er nicht wieder in alte Muster verfalle. Er liebe den Fußball, das Spiel, wolle mitreißen und investiere unheimlich viel. „Und wer viel gibt, ist mitunter auch schon mal schneller verletzt oder verärgert“, konkretisiert der Ex-Profi.

Klare Rückmeldungen gefordert

Einen eigenen Mental-Coach hat Labaddia nach eigenen Angaben nicht. „Aber ich tausche mich immer wieder mit Menschen aus, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie mich weiterbringen. Oder etwas können, was ich nicht so gut kann“, sagte Labbadia im kicker und führte aus: „Außerdem achte ich darauf, dass ich in meinem Team um mich herum nicht nur Leute habe, die mir sagen, wie klasse alles ist, sondern Partner, die mir auch klare Rückmeldungen geben – zum Beispiel, wenn ich mal wieder in ein altes Muster verfalle und mich vielleicht zu sehr an irgendeinem Defizit orientiere.“

Über David Reininghaus

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