Bundesliga

Leidenschaft und Emotionen: Fernandes lobt Kovac und Streich

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Gelson Fernandes zählt im Kader von Eintracht Frankfurt zu den erfahrensten Akteuren. Der 31-Jährige hat bei zehn Vereinen in sechs Ländern gespielt und dabei auch auf internationale Bühne mitgewirkt. Bei den Hessen zählt der Schweizer zwar nicht zur ersten Garde, dennoch schwärmt er von Trainer Niko Kovac und wagt einen Vergleich zu seinem früheren Coach Christian Streich.

Wer Fernandes begegnet, erlebt einen wachen, humorvollen und reflektierten Menschen. Der Mittelfeldspieler ist in seiner Karriere viel rumgekommen und hat, mit Ausnahme von der spanischen Primera Division, in allen großen Ligen Europas gespielt. Die Eintracht ist dabei aber seine erst zweite Station in Deutschland. Erstmals tauchte der Name Fernandes im Juni 2013 in der Bundesliga beim SC Freiburg auf. „Bei ihm sind die Lampen immer an“, sagte der damalige Trainer Streich über den als wissbegierig geltenden Neuzugang, der nur eine Spielzeit mitwirkte.

Lob für Kovac

„Er ist ein hochanständiger Spieler, der im Training viel aufgesaugt hat, obwohl er schon so viel herumgekommen ist“, lobte ihn Streich einst im hr-heimspiel!. Bei der Eintracht präsentiert sich Fernandes so, wie es nach diesen Worten zu erwarten war. Der Schweizer, der auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Russland hofft, ist im Training sehr diszipliniert und tritt dabei mit der nötigen Spannung und Konzentration auf. Ein wichtiger Faktor dafür ist freilich Niko Kovac. „Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten“, sagte er auf Nachfrage von fussball.news.

Fernandes prophezeit: „Kovac hat eine Riesenzukunft vor sich!“

Er fand anerkennende Worte für den Kroaten: „Er geht immer bis ins Detail. Ich habe bereits viele Trainer kennengelernt und kann daher sagen: Er hat eine Riesenzukunft vor sich!“ Seine Aufstellungen, Übungseinheiten oder taktischen Ausrichtungen „machen allesamt Sinn.“ Die Spieler müssten aber lernen, mit der Rotation und den vielen Veränderungen umzugehen. Vor allem jungen Akteuren fehle teilweise das Verständnis für die Entscheidungen des Trainers: „Sie denken dann, dass er sie nicht mag. Aber Kovac will einfach gewinnen.“

Das eint Kovac und Streich

Wie für seinen Kollege Streich – die beiden Trainer pflegen ein gutes Verhältnis – zählen auch für Kovac die Tugenden Menschlichkeit und Authentizität. „Beide sind sehr leidenschaftlich dabei. Es ist wichtig, diese Leidenschaft von deinem Trainer zu spüren“, erklärte Fernandes, der es nicht mag, „wenn ein Trainer keine Körpersprache“ habe. „Eine Mannschaft“, so der 64-fache Nationalspieler weiter, „spürt das. Nach einer Niederlage darf ein Trainer nicht down sein.“ Im Gegenteil: Er müsste die Spieler dann auch spüren lassen, wenn er nicht zufrieden ist. Sie sollten merken, „wenn er wütend ist“, forderte Fernandes. Es ist wohl nicht der einzige Punkt, in dem sich der kampfstarke Mittelfeldspieler bei Kovac bestens aufgehoben fühlt.

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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