Nationalmannschaft

Löw mit großem Respekt und Trapp im Tor gegen Frankreich

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Über die deutsche Fußballnationalmannschaft für fussball.news berichtet Christopher Michel

495 Tage! Oder anders ausgedrückt: 70 Wochen und fünf Tage. So lange liegt die letzte Niederlage der deutschen Nationalmannschaft inzwischen zurück. Am 7. Juli 2016 hat das von Bundestrainer Joachim Löw betreute Team mit 0:2 verloren. Die Niederlage bedeutete das Aus im Halbfinale der Europameisterschaft gegen Gastgeber Frankreich. Am Dienstagabend kommt es ab 20.45 Uhr in Köln erneut zum Aufeinandertreffen zweier Schwergewichte des Weltfußballs.

Löw hat großen Respekt vor Frankreich

Löw äußerte sich bei der Pressekonferenz vor der Partie voller Respekt über den Gegner: „In der Offensive haben sie auch in der Breite unglaubliche Qualität. Sie können Spieler austauschen und man findet noch immer Weltklasse in der vordersten Reihe. Dazu stoßen aus dem Mittelfeld und sogar aus der Abwehr immer wieder Spieler in der Spitze. Das gesamte Team befindet sich permanent im Vorwärtsgang. Sie sind noch gefährlicher, als es die Engländer am Freitag waren.“

Großer Ärger mit Benzema

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps kann es sich erlauben, Weltklasseangreifer Karim Benzema nicht mehr zu nominieren. Der Stürmer vermutete in einem Gespräch mit dem französischen Pay-TV-Sender Canal+: „Solange Deschamps Trainer ist, werde ich keine Chance haben, in die Nationalmannschaft zurückzukehren.“ Der Kader lässt allerdings in der Offensive auch ohne Benzema keine Wünsche offen: Die Namen Kylian Mbappe, Antoine Griezman, Alexandre Lacazette oder Stoßstürmer Olivier Giroud untermauern die Worte von Löw – dazu fehlen mit Ousmane Dembele und Paul Pogba noch zwei Ausnahmespieler verletzungsbedingt.

Viel Weltklasse im Kader

Kaum ein Kader weltweit bietet eine solche Anzahl an Toptalenten, wie der französische. Mit Ausnahme der Torhüterposition und der Außenverteidiger stehen auf jeder Position mindestens zwei Topleute zur Verfügung. Und Talente kommen immer wieder nach, wie die Beispiele Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart oder Presnel Kimpembe zeigen. Eine solche geballte Masse an Klasse und Talent bieten europaweit wohl nur noch Spanien und eben die Deutschen.

Trapp im Tor

Neben der Position im zentralen Mittelfeld wird auch hart um den Platz zwischen den Pfosten gekämpft. Kevin Trapp erhält gegen Frankreich die Möglichkeit, seine Klasse unter Beweis zu stellen. „Sein letztes Spiel hat er vor dem Confed-Cup gegen Dänemark gehabt und da ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Danach waren Marc-Andre ter Stegen und gegen Aserbaidschan dann Bernd Leno im Tor. Jetzt hatte ich das Gefühl, ihn aufzustellen“, erklärte Löw seine Beweggründe. Es könnte ein besonderes Spiel für ihn werden, schließlich kennt er einige Mbappe, Adrie Rabiot oder Blaise Matiudi bestens aus seiner Zeit bei Paris Saint-Germain.

Kroos und Khedira bilden Zentrale

Wie fussball.news bereits aufgerollt hat, wird vor allem noch hinter den Spitzen und vor der Abwehr um einen Ticket für die WM in Russland gekämpft. Gegen England starteten Mesut Özil und Ilkay Gündogan, diesmal dürfen Sami Khedira und Toni Kroos ran. Kroos, der als gesetzt gilt, wollte seinen kongenialen Partner nicht benennen und verwies auf die vielen Optionen, die Löw zur Verfügung stehen: „Die Liste ist lang. Wir sind da sehr gut besetzt und haben viele unterschiedliche Spielertypen.“ Der Mittelfeldspieler von Real Madrid verwies aber darauf, „dass es mit Sami oft schon super geklappt hat. Er ist aber ein anderer Spielertyp als Ilkay oder Sebastian Rudy, die mehr über das spielerische Element kommen.“ Kroos sieht die Entwicklung im deutschen Fußball generell sehr positiv: „Vor einigen Jahren musste man den Kader irgendwie mit zwei oder drei Spielern auffüllen und heute haben wir ein Gerüst von 30 bis 40 Spielern.“

Tolle Entwicklung bei Sane

Löw wird deshalb in den kommenden Monaten noch häufig in die Beobachterrolle abtauchen. Wie etwa bei Leroy Sane, der sich bei Manchester City zum Stammspieler entwickelt hat und in 17 Pflichtspielen an 15 Treffern beteiligt war. „Leroy kann den Unterschied ausmachen. Er besitzt Schnelligkeit und Torgefährlichkeit, dazu ist er robuster und stabiler geworden“, nahm der Bundestrainer die Verbesserungen wahr. Bislang fehlt zumindest im Dress der Nationalmannschaft noch die Effizienz: Der 21-Jährige verpasste gegen England seinen ersten Länderspieltreffer, ein schöner Schlenzer klatschte nur an die Latte.

 

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