Bundesliga

Mavraj: Darum bin ich zum HSV gewechselt

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München – Mergim Mavraj war in der Kölner Innenverteidigung absolut gesetzt, absolvierte alle sechzehn Partien vor der Winterpause, trotzdem verließ er den FC in Richtung Hamburger SV. Im kicker-Interview begründete er seinen Wechsel.

„HSV ist konkurrenzfähig“

Mergim Mavraj wollte es genauer wissen, als der Wechsel in die Hansestadt sich anbahnte. Natürlich habe er auch „die Schlagzeilen über den HSV im Herbst mitbekommen“. Allerdings wagte er einen zweiten Blick auf den Verein, der sein neuer Arbeitgeber werden sollte und dieser habe ergeben, „dass sich beim HSV zuletzt einiges getan hat“, wie der 30-Jährige gegenüber dem kicker erklärte. So sieht der Innenverteidiger zwar die aktuell prekäre sportliche Lage, zeigt sich aber auch von der Bundesligatauglichkeit der Hanseaten überzeugt. „Mit Blick auf das gesamte Halbjahr steht der HSV zu Recht da, wo er steht. Aber mir gefällt die Spielidee, die zuletzt erkennbar wurde. Schon beim 0:3 in Köln Ende Oktober war bis zum Platzverweis sichtbar, dass der HSV konkurrenzfähig ist“, so der albanische Nationalspieler. Ein weiterer Grund für den Ortswechsel Richtung Norden sei das Vertrauen in seine Person gewesen. Trotz des Abgangs von Klubchef und Manager Dietmar Beiersdorfer habe er gespürt, „dass alle hinter meiner Verpflichtung standen“, auch der „Trainer (Markus Gisdol, Anmerk. d. Red.) und die neuen Verantwortlichen“.

Vertragliche Zukunft in Köln war nicht geklärt

Hinzu kam seine ungewisse Zukunft beim 1. FC Köln. „Mein Vertrag in Köln wäre im Sommer ausgelaufen. Aber ich habe auch eine große Familie, brauche Sicherheit. Unter all diesen Gesichtspunkten ist mein Wechsel dann gar nicht mehr so kurios“, so Mavraj.

Mavraj kennt die Risiken beim HSV

Unabhängig von der sportlichen Situation, die Mavraj positiv bewertet – es kehrt in Hamburg gerade „Ruhe ein“ und die „Mannschaft harmoniert“ -, bedeutet ein Vereinswechsel für den Innenverteidiger mehr als nur ein neues Trikot zu tragen. „Im Fußballgeschäft bewegen wir uns schon ziemlich weit entfernt von der Realität. Deshalb habe ich in allen Klubs und Städten, in denen ich war, immer den Kontakt zu den Menschen gesucht“, erklärte er und präzisierte: „Ich besuche Moscheen, unterstütze gemeinnützige Projekte. Das ist mir wichtig, weil jeder Verein auch ein Kapitel im Leben ist, von dem etwas hängen bleiben soll.“ Der 33-malige Nationalspieler ist sich ungeachtet der Lebensumstände abseits des Fußballplatzes des Drucks beim HSV durchaus bewusst: „Die Größe eines Klubs bedeutet aber eben immer auch Druck. Es ist eine Typenfrage, ob man dem gewachsen ist.“

Über Stefan Katzenbach

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