Bundesliga

Fandel: „Tiefpunkt ist erreicht“

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München – Nach dem Spielabbruch in Leverkusen diskutiert ganz Deutschland: Für Herbert Fandel ist das der „Tiefpunkt“ einer „Negativspirale“.

Fandel verteidigt Schiedsrichter

Bei der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund (0:1) geriet am Sonntag der Sport kurzzeitig in den Hintergrund. Herbert Fandel, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses, ist „nach wie vor sprachlos“. Er erklärte: „Wir haben den Tiefpunkt einer leider erheblich negativen Entwicklung erlebt, die mich sehr nachdenklich stimmt“, so Fandel im Interview mit dfb.de. Der oberste Schiedsrichter habe diese Entwicklung schon länger wahrgenommen. „Seit Beginn der aktuellen Spielzeit befinden wir uns sichtlich in einer Negativspirale. Die Schiedsrichter werden dabei immer häufiger zum Alibi. Jede kleinste Entscheidung wird kritisiert und überhöht. Einwürfe oder Eckstöße werden in den Mittelpunkt des Fußballs gestellt, Schiedsrichter können kaum noch Entscheidungen fällen, die nicht von allen Seiten sofort kommentiert und kritisiert werden“.

Bundesliga hat Vorbild-Funktion

Gerade die Bundesliga hat hier eine Vorbild-Funktion, viele junge Sportler eifern den Stars der Liga nach. Fandel hat Angst, dass diese Vorbildfunktion missachtet wird. „Das ist eine große Verantwortung, und dieser Verantwortung wird immer weniger entsprochen. Die verbalen Entgleisungen häufen sich seit Monaten. Die Grenze dessen, was noch als akzeptabel gilt, wird immer mehr verschoben“, so Fandel zu dfb.de. Dies habe unmittelbaren Einfluss auf das Verhalten der Trainer und Spieler auf den Amateurplätzen in Deutschland und damit auf die Arbeit der Schiedsrichter abseits des Profibereichs. Das müsse jeder wissen. Wie bisher könne es nicht weitergehen.“ Der Schiedsrichterausschuss des DFB werde den „Fall Schmidt“ aufbereiten und mit den Verantwortlichen der Verein besprechen.

Über Norman Lauer

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