Interview am Morgen

N’Diaye: „Maik Franz war der Härteste“

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Münster – Babacar N’Diaye kam mit 20 Jahren aus dem Senegal nach Deutschland. Seitdem ist der heute 42-Jährige im bezahlten deutschen Fußball aktiv.

Als Profi spielte er für Klubs wie Hannover 96, die Spielvereinigung Unterhaching und den FC St. Pauli. 28 Tore erzielte er in 173 Einsätzen in der Zweiten Liga. In der Bundesliga glückte ihm ein Treffer bei fünf Einsätzen für Hannover in der Saison 2002/03. Nun ist N’Diaye als Co-Trainer beim Drittligisten SC Preußen Münster tätig.

Über seinen Start in Deutschland, seine schönsten Erinnerungen und die aktuelle Situation in Münster sprach fussball.news-Reporter Maximilian Riepenhof mit N’Diaye, der außerdem verriet, wer einst sein unangenehmster Gegenspieler war.

fussball.news: Aktuell gibt es eine Flüchtlingsdebatte in Deutschland. Glauben Sie, dass der Sport die Integration fördern kann?

N’Diaye: „Ja. Auf jeden Fall. Ich habe es bei mir am besten gemerkt. Durch den Sport habe ich soziale Kontakte geknüpft, habe die Sprache gelernt und mich an das unbekannte Land gewöhnt. Alles in allem hat der Sport mir sehr geholfen.“

fussball.news: Sie haben eine lange Karriere mit vielen Stationen bei Profi-Klubs wie Hannover 96 hinter sich. Auf welche Phase blicken Sie am liebsten zurück?

N’Diaye: „Die Zeit bei Hannover 96 war super. Ich kam zu den Niedersachsen in der 3. Liga. Dann sind wir in die 2. und auch in die 1. Liga aufgestiegen. Insgesamt durfte ich fünf Bundesligaspiele bestreiten und habe auch einen Treffer im Oberhaus auf meinem Konto. Die Zeit ging zu Ende, als 96 Fredi Bobic verpflichtet hat. An dem Namen und der Qualität kam ich nicht vorbei und ich bin dann weg aus Hannover.“

fussball.news: Welche Erfahrungen waren in dieser Zeit die besten?

N’Diaye: „Mit Hannover das Derby beim Hamburger SV vor ausverkauftem Haus oder unsere Auftritte bei Bayern München. Allgemein vor so großen Kulissen zu spielen. Das vermittle ich auch allen jungen Spielern, dass sie hart arbeiten sollen, um diese Momente zu erleben.“

fussball.news: An welchen Gegenspieler haben Sie keine guten Erinnerungen?

N’Diaye: „Maik Franz war der Härteste. Maik ist menschlich voll ok. Aber auf dem Platz hat er die Grenzen dann doch hin und wieder überschritten. Nach dem Spiel haben wir uns dann immer die Hand gegeben.“

Das Preußen-Magazin im Youtube-Video:

fussball.news: Mit welchen bekannten Persönlichkeiten haben sich Ihre Wege gekreuzt?

N’Diaye: „Mit Dieter Hecking (Anm. nun Trainer von Pokalsieger VfL Wolfsburg) habe ich in Hannover nicht nur zusammengespielt, sondern auch das Zimmer geteilt. Heute halte ich hin und wieder Kontakt zu ihm und habe auch einige Wochen bei ihm hospitiert. Ralf Rangnick, Werner Lorant, Ralph Hasenhüttl oder Stefan Kuntz waren weitere Trainer von mir.“

fussball.news: Kommen wir zur aktuellen Saison bei den Preußen. Sie sind trotz Umbruch im Sommer gut gestartet. In den vergangenen Wochen ist es nicht mehr so gut gelaufen. Wie schätzen Sie die Lage ein?

N’Diaye: „Wir haben im Sommer viele neue und vor allem junge Leute verpflichtet. Dennoch haben wir zu Beginn der Saison gut gepunktet und standen lange auf dem zweiten Rang. In den letzten Wochen sind wir in einem Tief und konnten nicht mehr konstant punkten. So eine Phase muss man einer jungen Mannschaft zugestehen. Durch unseren Beginn sind die Erwartungen gestiegen.“

fussball.news: Weshalb die Mannschaft jetzt der Kritik ausgesetzt ist?

N’Diaye: „Vor der Saison hat uns kaum jemand eine Rolle im oberen Tabellendrittel zugetraut. Nun müssen wir uns Kritik gefallen lassen, obwohl wir als Fünfter nur zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz stehen. Ich weiß, dass der Trainer sehr akribisch ist und gute Arbeit abliefert. Ich hoffe, dass wir bald wieder erfolgreich sind und oben in der Tabelle dabeibleiben. Wenn einer der Kritiker eine Lösung für unser Problem hat, kann er sich gerne bei mir melden.“

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Anmerkung der Redaktion: fussball.news veröffentlicht von Montag bis Donnerstag jeweils um 6 Uhr das „Interview am Morgen“. Zu den Gesprächspartnern zählen aktuelle Bundesliga-Spieler ebenso wie ehemalige Spieler-Legenden oder Funktionäre und Experten. Bei Bedarf wird das in der Regel exklusive Gespräch in einen Fließtext mit exklusiven Zitaten umgewandelt.

Über Maximilian Riepenhof

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