Bundesliga

Rebic als Synonym für die geforderte Mentalität

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Aus Frankfurt für fussball.news berichtet Christopher Michel

Fredi Bobic war im Sommer 2016 noch keine zwei Monate Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt, da besuchte er eine Veranstaltung in der Alten Oper. Der Nachfolger von Heribert Bruchhagen, der seine Mission nach dem Sieg in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg (1:1/1:0) bei den Hessen nach fast 13 Jahren beendet hat, musste seine Ideen erklären und aufzeigen, wie er den angekündigten „frischen Wind“ in die damals noch angestaubt wirkenden Räumlichkeiten der Commerzbank-Arena wehen lassen wollte. „Wir setzen auf Mentalität und auf junge, dynamische Spieler. Geschwindigkeit ist ein wichtiges Kriterium“, sagte der 46-Jährige damals.

Rebic war schon weg…

Die Transferbilanz konnte sich – obwohl nur rund zwei Millionen Euro zur Verfügung standen – sehen lassen. Jesus Vallejo, Omar Mascarell und Ante Rebic sollten sich als Topeinkäufe erweisen. Vor allem Rebic zeigte auf dem Feld, was mit der richtigen Einstellung möglich ist: Der Kroate kämpfte um jeden Ball, er setzte sich in vielen Eins-gegen-Eins-Duellen durch und flankte gefährlich in die Mitte. Die mangelnde Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse war der große Schwachpunkt, nur zwei Bundesligatreffer bei der Anzahl an Chancen viel zu wenig.

… und kam erst kurz vor Ende des Transferfensters zurück

Dennoch haben die Frankfurter weiter den Kontakt gehalten, nachdem sie zunächst das Leihgeschäft mit dem AC Florenz haben auslaufen lassen. Der 24-Jährige kehrte nach Italien, wo er sich aber nicht wohlfühlte, zurück. Seine Zeit bei der Eintracht sollte damit allerdings nicht enden. Kurz vor der Schließung des Transferfensters konnten Verantwortlichen den Deal fixieren, der Preis für die Kaufoption, die nach einer bestimmten Anzahl an Spielen gezogen werden muss, soll im Bereich von zwei Millionen Euro liegen.

Rebic vereint viele Qualitäten

Wer den Nationalspieler, der bei den Play-Offs gegen Griechenland (4:1/0:0) mitwirken durfte und sich jetzt Hoffnungen auf eine Nominierung für die Weltmeisterschaft in Russland macht, bislang gesehen hat, musste sich verwundert die Augen reiben. Neben der gewohnten Wucht und Dynamik kommt bei Rebic jetzt auch der Faktor Torgefahr hinzu. Ob ein Abstauber wie gegen RB Leipzig (1:2), ein gedankenschneller Moment gegen den VfB Stuttgart (2:1) oder zwei Traumtreffer gegen Hannover 96 und Werder Bremen (jeweils 2:1) – er zeigt inzwischen, weshalb ihn Trainer Niko Kovac bereits 2014 als Nationaltrainer mit zum großen Turnier nach Brasilien nahm.

Gegner versuchen ihn zu bremsen

Die Folgen dieser Entwicklung waren bereits am vergangenen Samstag gegen die TSG Hoffenheim spürbar. „Ich habe gemerkt, dass sie verstärkt auf mich aufpassen“, sagte er am Dienstag am Rande des Trainingsplatzes. Dennoch war es Rebic, der den Sieg hätte eintüten können, doch Schlussmann Oliver Baumann reagierte überragend bei einem Schuss aus kürzester Distanz. Gegen Bayer 04 Leverkusen will er wieder erfolgreich sein. Für den Offensivmann ist diese Partie eine besondere, in der vergangenen Spielzeit bereitete er beim 2:1-Heimsieg den entscheidenden Treffer von Marco Fabian mit einem präzisen Querpass vor. Schon da war dessen ganze Qualität zu erkennen: Bastian Oczipka schickte ihn mit einem Lupfer in Richtung Grundlinie, woraufhin Rebic Fahrt aufnehmen, seinem Gegenspieler wegrennen und anschließend passen konnte.

Selbstkritischer Rebic als Synonym für die geforderte Mentalität

Es sind diese Momente, die Kovac an seinem Angreifer schätzt. Andererseits lässt er sich beim Umschaltspiel von Offensive zur Defensive häufig noch zu viel Zeit. Der Coach wird deshalb nicht müde, ihn öffentlich immer wieder zu kitzeln und ihn daran zu erinnern, was noch in ihm steckt. Kovac zählt Rebic zu den „Top-10-Spielern“ auf dessen Position in der Bundesliga. Der Spieler zeigte sich enorm selbstkritisch: „Meine persönliche Meinung ist, dass ich in der letzten Saison besser gespielt habe, aber in dieser Saison habe ich mehr Tore geschossen.“ Er könnte allerdings dazu beitragen, einen europäischen Wettbewerb zu erreichen: „Das ist mein geheimer Wunsch.“ Mit der richtigen Mentalität, für die Rebic als Synonym gelten kann, scheint alles möglich.

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