1. FC Nürnberg

Reise nach Sankt Pauli: Klettert der Club an die Tabellenspitze?

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Der FC Sankt Pauli empfängt am Montagabend (20.30 Uhr) den 1. FC Nürnberg zum Spitzenspiel der Woche in der Zweiten Liga. Mit einem Sieg könnten die Franken an Fortuna Düsseldorf vorbeiziehen und sein Polster auf den Relegationsplatz drei ausbauen. Pauli hingegen kämpft um wichtige Zähler gegen den Abstieg. Der Vorbericht zum Spiel von fussball.news.

Die Nürnberger haben sich „eine bemerkenswerte Stabilität erarbeitet“, wie Trainer Michael Köllner lobte. Vor allem in der Fremde ist der Club stark, 22 von 30 erreichbaren Zählern belegen den Lern- und Reifeprozess der Mannschaft. Dazu „spielen wir einfach gut Fußball“, wie Köllner feststellte. Die Nürnberger stellen mit 43 Treffern die stärkste Offensive, zudem bedeuten 26 Gegentreffer den bislang fünftbesten Defensivwert der Liga.

Kaum Verletzte beim Club

Köllner kann beim Unterfangen, die Tabellenspitze zu erobern, fast aus dem Vollen schöpfen. Am Donnerstag gab es zwar einen Schockmoment, Enrico Valentini und Federico Palacios Martinez mussten beide humpelnd das Training abbrechen. Ihre Einsätze sind aber nicht mehr gefährdet, zudem kehrt Georg Margreitter nach einer Oberschenkel zurück. Ein Fragezeichen steht hinter Ersatztorwart Thorsten Kirschbaum, der an Knieproblemen leidet, zudem muss Edgar Salli seine Zwei-Spiele-Sperre abbrummen.

Köllner warnt sein Team

Nach dem zuletzt starken Auftritt gegen Erzgebirge Aue (4:1) wollen die Nürnberger ihren Aufwärtstrend bestätigten. Köllner warnte: „Wenn wir nur drei Prozent nachlassen, gehen wir gnadenlos unter.“ Pauli sei ein „gefährlicher Gegner“, der sich bestimmt etwas gegen uns einfallen lassen wird.“ Das Team sei aber auf „alles vorbereitet. Ich hoffe, wir finden auf alles die passende Antwort.“

Kauczinski erwartet respektvolle Nürnberger

Pauli-Trainer Markus Kauczinski ist sich bewusst darüber, wie ernst seine Mannschaft vom favorisierten Gegner genommen wird. „Die kommen nicht hierher und denken, sie schlagen St. Pauli im Vorbeigehen“, mahnte er im kicker und fügte an: „Wir haben Waffen.“ Zuletzt enttäuschte der Klub zweimal, gegen Darmstadt 98 (0:1) und den 1. FC Heidenheim (1:3) gab es empfindliche Niederlagen, der Boulevard fragte gar, ob der Effekt bereits verpufft sei.

Stabilität fehlt St. Pauli

„Ich darf mich davon nicht beeinflussen lassen“, sagte der 47-Jährige, der alles in allem „einen guten Kader“ sieht, dem es aber an Stabilität mangelt. Nach einem Traumstart mit sieben Zählern aus drei Partien, wurde im Umfeld bereits wieder geträumt, zwei Wochen später geht die Furcht vor Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag um. „Ich kann mit dem Ist-Zustand leben, die Ausbeute ist okay“, wollte sich Kauczinski von der Hektik nicht anstecken lassen.

Mats Daehli vor Comeback

Die Verletztenliste stellt weiterhin ein Problem dar: Acht Akteure werden ausfallen, Cenk Sahin (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Luca Zander (Nackenblockade) schaffen es ebenfalls nicht. Immerhin hat Mats Möller Daehli nach seiner Leistenoperation Fortschritte gemacht und könnte eine Alternative sein: „Mats hat eine gute Trainingswoche hingelegt. Mit seiner fußballerischen Qualität kann er uns helfen, selbst wenn er erst mal nur von der Bank käme.“

 

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist unter anderem für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das im März 2018 veröffentlicht wird.

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