Bundesliga

Rode und Götze: Erleichtert oder tief verletzt?

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München – Mario Götze war drei Jahre in München, Sebastian Rode spielte zwei Saisons beim FC Bayern – das Duo wechselte nun zu Borussia Dortmund. Beide Spieler hatten in jedem Fall das Pech, dass die Münchner Klubführung das Duo einst unbedingt verpflichten wollte, doch Trainer Pep Guardiola setzte auf andere Spielertypen. Zudem konnten beide nicht immer sportlich überzeugen, das Selbstvertrauen wurde weniger und bei Götze kamen Verletzungen hinzu. Nach ihren Wechseln nun haben beide Spieler ordentlich provoziert und auf die Pauke Richtung FC Bayern gehauen. Sind sie einfach erleichtert, aus dem Druckkessel FC Bayern raus zu sein und lassen ihrer Freude etwas unvorsichtig freien Lauf? Oder ist ein Traum zerplatzt, sich beim besten Klub in Deutschland durchzusetzen, und damit das Ehrgefühl verletzt?

Sebastian Rode hat nach seinem Wechsel nach Dortmund gegen die Münchner schwere Vorwürfe erhoben, dem FCB unter anderem Scheinheiligkeit vorgeworfen. Harter Tobak von einem Profi, der als der netteste in der Bundesliga gilt. Rode versteht bis heute nicht ganz, warum er unter Trainer Guardiola kaum eine Chance erhalten hat – obwohl ihm die Münchner einst versprochen hatten, Nationalspieler zu werden. Nun sagte Rode, er sei schon immer BVB-Fan gewesen. Bei Rode, so darf man die Aussagen werten, ist eine tiefe Ehrverletzung vorhanden. Mit seinem Lieblingsklub BVB will er nun den Bayern den Kampf um den Titel besonders schwer machen.

Mario Götze hat heute nach seinem Wechsel zum BVB öffentlich erklärt, dass er den Transfer einst zum FC Bayern bereut. Zudem postete er heute ein Bild, in dem er einst im Dortmund-Dress ein Tor gegen den FC Bayern bejubelte hatte. Eine Provokation gegen Bayern, zumal Götze noch vor der EM gesagt hatte, er wolle in München bleiben. Auch waren stets zahlreiche Fotos von ihm beim Jubeln mit dem FC Bayern auf seinen Social-Media-Accounts zu sehen.

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Bei Götze liegt die Ehrverletzung aber wohl noch etwas tiefer. In seiner Kindheit war er laut eigenem Bekunden Fan des FC Bayern, sein Lieblingsspieler war Giovanne Elber – und wen er gar nicht mochte, das war Jens Lehmann im BVB-Tor. In München hatte Götze nun ein prima Umfeld mit seinen zwei Brüdern und seinen Freunden, er wäre gerne geblieben und hätte sich beim FC Bayern gerne durchgesetzt. Doch die Münchner Führung um Vorstand Karl-Heinz Rummenigge verjagte ihn öffentlich, das tut man einem WM-Helden nicht an. Götze dürfte folglich noch sehr in seiner Ehre verletzt sein – und will es nun mit seiner 2. Liebe BVB den Bayern zeigen.

Der neutrale Fan darf sich freuen: Denn nicht allein Liebe und Freundschaft und schönes Spielen machen den Fußball so attraktiv, sondern wenn persönlicher Ärger in einem Duell steckt – das ist nun in jedem Fall doppelt gegeben.

Über Daniel Michel

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