Bundesliga

Schaaf: „Russland zumindest nicht unproblematisch“

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Bremens neuer technischer Direktor Thomas Schaaf hat einen kritischen Blick auf die WM-Vergabe an Russland und die Entwicklungen im modernen Fußball.

Am Donnerstag eröffnete die Partie zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien (5:0) die Weltmeisterschaft. Dass Russland dieses Turnier ausrichten darf, wird politisch sehr kritisch gesehen und auch Bremens neuer technischer Direktor Thomas Schaaf ist mit der WM-Vergabe nicht vollends zufrieden.

Schaaf sieht Vergabe an Russland kritisch

„Der Fußball hat die Kraft Völker und Kulturen miteinander zu verbinden. Dass die Diskussionen um die Vergabe an Russland oder auch das Thema Doping dabei aber nicht gerade förderlich sind, ist auch klar. Und man muss immer wieder aufs Neue schauen, wie weit man gehen darf“, führte Schaaf im Weser-Kurier aus. Seine persönliche moralische Grenze ziehe er „Dort, wo die Freiheit beschnitten wird und der Einzelne nicht so leben kann, wie er gerne möchte. Dass Russland in dieser Hinsicht zumindest nicht unproblematisch ist, lässt sich kaum bestreiten.“

Schaaf: Mehr Business als Fußball

Eine Weltmeisterschaft mit 48 Ländern, eine Global Nations League und eine reformierte Klub-Weltmeisterschaft – all das sind Pläne von Fifa-Präsident Gianni Infatino. Sie zeigen Entwicklungen im Fußball auf, die Schaaf kritisch beäugt. „Es stellt sich die Frage, inwieweit es in erster Linie noch um den Fußball geht oder doch vor allem ums Business. So habe ich mich beim Champions-League-Finale in Kiew angesichts der Inszenierung vor dem Spiel
gefragt: Will ich das sehen, brauche ich so etwas wirklich?“, so der 57-Jährige.

200 Millionen sind nicht zu greifen

Auch die Ablösesummen in den vergangenen Jahren kann Schaaf nicht mehr verstehen. „Es darf nicht sein, dass sich ein Spieler eher über seinen Wert als Marke definiert als über das, was er auf dem Feld leistet. Und Ablösesummen von 200 Millionen Euro sind für den Fan längst nicht mehr zu greifen, egal, um welchen Superstar es sich auch handeln mag. Zwar hat man für Topspieler schon früher viel Geld bezahlt, heute aber stimmen die Relationen überhaupt nicht mehr“, stellte er fest.

Über Marc Schwitzky

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