Statistikfreak

Schlechtes Omen für Lehmann

am

München – Feinsinnig und gelegentlich provokativ wirken die Analysen von Jens Lehmann, wenn er beim TV-Sender RTL die Leistung der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation bewertet.

Kölner Torhüter-Ära

Eine kurze Trainer-Ära mit ehemaligen Torhütern gab es zudem beim 1. FC Köln. Hanspeter Latour war von Januar bis November 2006 Cheftrainer der Geißböcke, ihm folgte für drei Spiele als Interims-Coach Holger Gehrke. Im Oktober 2010 sollte mit Frank Schaefer ein weiterer Ex-Torwart zum Cheftrainer aufsteigen. Ihm gelang der Klassenerhalt mit dem FC, Schaefer legte dann aber sein Amt freiwillig nieder, bevor er zwischen April und Juni 2012 nochmal als Coach einsprang, den Abstieg aus der 1. Liga aber nicht mehr verhindern konnte.

Zumdick führte 2000 den VfL Bochum in die Bundesliga zurück

Neben dem Kölner Trio waren im neuen Jahrtausend nur noch zwei frühere Keeper als Cheftrainer in der Bundesliga tätig. Ralf „Katze“ Zumdick übernahm im Dezember 1999 das Traineramt beim VfL Bochum. Er führte den Zweitligisten zurück in die Bundesliga, doch in der Saison darauf war für ihn im Februar Schluss. Danach folgten Jobs als Co-Trainer (Dortmund, Hamburg) und Engagements im Ausland (Türkei, Iran).

Reck mit kurzem Gastspiel auf Schalke

Für ein Spiel war Oliver Reck als Trainer beim FC Schalke 04 im Dezember 2005 eingesprungen (0:2 in Stuttgart). Nur fünf ehemalige Torhüter bekamen demnach in den vergangenen 15 Jahren eine Chance, ihr Können als Cheftrainer in der Bundesliga unter Beweis zu stellen. Ihre Amtszeit war allerdings jeweils von kurzer Dauer.

Von Pfau bis Cendic

Doch auch im 20. Jahrhundert stellte sich die Situation nicht besser dar: Neben dem erwähnten Tilkowski waren es in 37 Bundesliga-Saisons nur sechs Keeper, die zu Trainer-Jobs gelangten: Oswald Pfau, Karl Bögelein, Slobodan Cendic, Özcan Arkoc, Josef Stabel und Jürgen Rynio lauten ihre zum Großteil heute nicht mehr geläufigen Namen.

Oswald Pfau wurde im April 1968 in Dortmund Trainer und rettete die Borussia vor dem Abstieg. In der Saison darauf verstarb er jedoch im Alter von 69 Jahren aufgrund eines Herzinfarkts.

Karl Bögelein holte als Spieler mit dem VfB Stuttgart 1952 die deutsche Meisterschaft, später sprang er im April 1972 beim VfB als Interims-Trainer ein, verpasste aber die Qualifikation für den Europacup.

Zu den größten Meriten von Slobodan Cendic zählt ein 6. Platz mit dem FC Schalke 04 im Jahr 1971 und der Bundesliga-Aufstieg mit dem 1. FC Saarbrücken 1976. Platz sechs in der Abschlusstabelle ist der größte Erfolg eines ehemaligen Torwarts als Chefcoach in der Bundesliga, quasi Rekord!

Schlechter lief es für Özcan Arkoc. Er trainierte den Hamburger SV ab Oktober 1977, nach Tabellenplatz 10 in der Abschluss-Tabelle durfte er jedoch keine Saison mehr beim HSV dranhängen.

Zum Inventar des 1. FC Kaiserslautern zählte Josef Stabel. Der Keeper bestritt 74 Bundesliga-Spiele für Kaiserslautern in den 1970er Jahren. Später, im November 1987, übernahm er das Traineramt beim FCK und sicherte den Pfälzern den Klassenerhalt. In der Saison darauf holte er Rang neun, was allerdings der Klubführung nicht ausreichte. Stabel musste seinen Platz auf der Trainerbank räumen.

Und auch Jürgen Rynio gab nur ein kurzes Intermezzo auf der Trainerbank: Im November 1985 half er Hannover 96 für zwei Monate als Interims-Coach aus.

Im Ausland trumpfen Torhüter auch als Trainer auf

Fast könnte es sich um einen speziellen Bundesliga-Fluch handeln, der auf den Torhütern lastet, wenn es um spätere Erfolge als Cheftrainer geht. Denn ein Blick ins Ausland verrät: es geht auch erfolgreich.

Ex-Torwart Senol Günes führte die Nationalmannschaft der Türkei bis ins Halbfinale bei der WM 2002.

Italiens Torwart-Legende Dino Zoff (Weltmeister 1982) gewann mit Juventus Turin 1990 den UEFA-Pokal. Mit Italien verpasste er im Jahr 2000 erst in der letzten Minute den EM-Titel und musste sich Frankreich dann in der Verlängerung geschlagen geben.

Belgiens Torwart-Ikone Michel Preud’homme gewann mit Standard Lüttich 2008 die Meisterschaft, 2010 folgte mit KAA Gent der Pokalsieg. Im Jahr darauf holte er mit Twente Entschede in den Niederlanden den Pokal.

[dppv_emotions]

Über Daniel Michel

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.