1. FC Köln

Wintertransfers? Schumacher hofft auf „einen Uth“

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Der 1.FC Köln ist unerwartet schwach in die aktuelle Bundesligasaison gestartet, hat bislang nur einen Punkt geholt und ist damit Tabellenletzter. Für Vizepräsident Toni Schumacher ist der Fehlstart in die Saison noch kein Grund zur Sorge, wie er im Interview mit dem Express verriet. Außerdem sprach er Trainer Peter Stöger das Vertrauen aus und verteidigte die Qualität des aktuellen Kaders.

Nein, mit der aktuellen Situation ist auch Toni Schumacher nicht zufrieden, natürlich sei ein Punkt aus sieben Spielen „viel zu wenig“, wie er gegenüber dem Express zugab, allerdings müssten dabei auch die Begleitumstände berücksichtigt werden. Gegen Leipzig (1:2) habe die Mannschaft beispielsweise ein „ein grandioses Heimspiel gezeigt“ und hätte durchaus Punkte holen können. Auch weil er von den gezeigten Leistungen bisher angetan ist, sieht der 63-Jährige keinen Grund eine Trainerdiskussion zu führen, wie es in bei anderen Bundesligaklubs mit einer solch schwachen Punktausbeute sicherlich der Fall wäre. Jeder wisse „wieviel“ er von „Peter Stöger halte“, so Schumacher, überdies zeige sich in solchen schwierigen Zeiten die „Größe und Klasse eines Klubs – wie stark das Verständnis und der Zusammenhalt wirklich“ seien. Deswegen wehrte sich der ehemalige Bundesligatorwart auch nach den üblichen Mechanismen des Geschäfts zu verfahren: „Nur, wenn es ergebnistechnisch so weiterginge und wir überhaupt keinen Punkt holen würden, so dass die Mannschaft das Vertrauen verliert oder wenn die Mannschaft gegen den Trainer spielen würde“, sei es möglich, dass über eine Trainerentlassung nachgedacht würde, so Schumacher, der ergänzte: „Aber das sehe ich nicht im Ansatz. Die Mechanismen müssen nicht greifen, nur weil irgendwer von außen meint, dass das so sein muss.“

Schumacher verteidigt Transfers

Die Kritik an der womöglich mangelnden Qualität des Kaders, die durch die erfolgreiche letzte Spielzeit kaschiert worden sein könnte, will der 63-Jährige nicht als Grund für die aktuelle Misere gelten lassen. „Ich glaube nicht, dass irgendjemand den Kader überschätzt hat. Wir haben immer gesagt, dass der fünfte Platz auch dadurch zustande kam, dass andere Teams geschwächelt und ihr Potenzial nicht genutzt haben“, so Schumacher der weiter ausführte, dass die Verantwortlichen den Kader bewusst nicht so aufgestellt hätten, dass der Klub die „Europa-League rocke“, seien sie doch nicht bereit, die Gehälter zu zahlen, die sie ohne Europapokal nicht mehr zahlen könnten. Auch aus diesem Grund ist aus der Sicht Schumachers die Transferphase bislang positiv zu bewerten: „Ich finde, wir haben genug gemacht. Mal abseits der hohen Transfersummen, für die die Spieler ja nichts können: Wir haben viele junge Leute geholt, großartige Talente. Nehmen wir mal Jorge Mere. Wer 60 Spiele macht in Spanien, kann nicht so blind sein. Der kann auch hier in Deutschland ein Zeichen setzen.“

Krise als Chance – Angst vor der zweiten Liga

In der aktuellen Situation sieht der 63-Jährige so auch die Chance für bislang wenig eingesetzte Spieler sich zu beweisen: „Solche Situationen geben einigen Spielern die Chance, aus dem Schatten rauszutreten. Daran muss man die Jungs auch mal erinnern. Auch ich selbst bin wegen einer Verletzung ins Tor gekommen und hab die Chance beim Schopf gepackt.“ Dessen ungeachtet will Schumacher Transfers im Winter nicht ausschließen: „Es kommt ja jetzt noch eine Transferperiode und vielleicht kriegen wir dann einen wie Uth“, sagte er auf die Frage, ob er an eine Kehrtwende glaube und mit Verweis auf die mangelnde Offensivleistung der Kölner. Mark Uth, ehemals FC-Stürmer, hatte im Sommer nicht von Hoffenheim nach Köln zurückwechseln können. Möglicherweise muss also im Winter nachgebessert werden, um Schumachers einzige Angst einzudämmen: „Das Einzige, wovor ich Angst haben würde, wäre die 2. Liga. Da will ich nicht mehr hin, denn ich bin ein Kind der Bundesliga.“

Über Stefan Katzenbach

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