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So zerrissen ist 1860 München

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Daniel Bierofka kämpft beim TSV 1860 München an allen Ecken und Enden und will den Klub wieder zurück in den Profifußball führen. Die Löwen führen die Tabelle in der Regionalliga Bayern erwartungsgemäß an. Und doch stellt sich die Frage: Wie zerrissen ist der Klub tatsächlich?

Ohne Traditionsvereinen wie Rot-Weiß Essen, Alemannia Aachen oder Kickers Offenbach zu nahe treten zu wollen. Noch nie in der Geschichte der Regionalligen hat ein Verein so viel bundesweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wie die Sechziger. Die Partien werden regelmäßig auf Sport 1 übertragen, der Klub füllt die Schlagzeilen bei Bild, kicker und im Münchener Raum, zudem sind die Stadien voll, wenn 1860 anreist.

Vereinspolitischer Machtkampf

Doch gab es so etwas wie einen Neustart überhaupt? Vereinspolitisch brennt es noch immer an allen Ecken und Enden. „Hasan I., wir sch… auf dein Geld“, tun die Ultras im Stadion ihre Meinung kund. Auf der anderen Seite stehen die Befürworter des Jordaniers, die der Ansicht sind: Wenn die Schranke 50+1 falle, dann stehe der Traditionsverein vor einer glorreichen Zukunft. Es sind also zwei Fronten, die aufeinander treffen: Hier die – nennen wir sie in diesem Fall – „Traditionalisten“, die Neuverschuldung des e.V., Aufnahme von Darlehen ablehnen und dafür lieber „Fußballfeste“ in der Regionalliga im Stadion an der Grünwalder Straße feiern. Demgegenüber stehen die sogenannten „Modernen“, die um jeden Preis zurück nach ganz oben wollen.

Hell bedauert absoluten Stillstand

„Es herrscht absoluter Stillstand“, sagte der ehemalige Delegierte Franz Hell – der kein Spiel seiner Mannschaft verpasst – dem kicker. Beide Seiten würden wie die Boxer in der Ecke stehen, taktieren und abwarten, was passiert: „Und jede Seite geht davon aus, dann klar im Vorteil zu sein.“ Sollte Ismaik tatsächlich den Machtkampf für sich entscheiden, könnte er als „König ohne Land“ dastehen. Die für den Klub so wichtigen Ultras würden dem Geldgeber nicht folgen.

Sind die Fronten zu verhärtet?

Hell merkte allerdings kritisch an: „Zu sagen, wir nehmen kein Darlehen mehr auf und zermürben den Ismaik, haut auf Dauer nicht hin. Und wenn ich die Zwischentöne bei Daniel Bierofka höre: Der wüsste schon auch gerne, wie es weitergeht und ob Geld für eine Ergänzung zu Timo Gebhardt da ist.“ Was wäre die Lösung? Hell erwartet keine komplette Übereinstimmung. Ihm würde es genügen, wenn beide Seiten ein Stück aufeinander zugingen: „Das wäre mein einziger Weihnachtswunsch.“

Über Christopher Michel

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