Bundesliga

Die Stimmen zum Bundesliga-Samstag

am

München – Der Ball rollt wieder in der Bundesliga nach gut einem Monat Winterpause. Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagspartien des 18. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei SKY.

SKY-EXPERTE FRANZ BECKENBAUER …

… ZUM FCB-TRAINERTAUSCH VON GUARDIOLA ZU ANCELOTTI: „Pep Guardiola
ist natürlich ein Verlust für die Bundesliga. Was er geleistet hat,
das ist enorm. Er hat die Mannschaft verfeinert, aber der ganz große
Erfolg, der Gewinn der Champions League, ist ihm bislang versagt
geblieben. Aber er hat ja noch ein paar Monate Zeit. Die Liga verliert
eine große Persönlichkeit und einen der besten Trainer der Welt. Auf
der anderen Seite gewinnt sie mit Carlo Ancelotti einen, den ich mit zu
den Allerbesten der Branche zähle. Die Bilanz ist also ausgeglichen.“

… ZUR VORZEITIGEN HAFTENTLASSUNG VON ULI HOENEß: „Ich erwarte ihn
und hoffe, dass er in irgendeiner Position zurückkommt. Er ist nun
einmal das Gesicht des FC Bayern. In welcher Position, das muss er
selbst wissen. Ich habe vorgestern länger mit ihm auf der
Geschäftsstelle gesprochen. Er wird nach der Haftentlassung in Urlaub
gehen, dann hat er wieder Zeit nachzudenken. Im Juni wird er seine
Entscheidung bekanntgeben. Wie er sich entscheiden wird, das weiß ich
nicht. Das hat er mir auch nicht gesagt.“

… ZU JULIAN NAGELSMANN, AB SOMMER TRAINER 1899 HOFFENHEIM: „Ich
hoffe, dass es eine richtige und gute Entscheidung war. Ich möchte
meinen lieben Freund Dietmar Hopp nämlich nicht leiden sehen. Es ist
schon mutig. Er hat noch keine Erfahrung in der Bundesliga. Das ist
etwas anderes als eine U19, da ist der Druck ein ganz anderer. Wenn sie
so spielen wie in der Vorrunde, dann kann es sein, dass der neue Trainer
die Mannschaft in der zweiten Liga trainiert. Das hoffe ich nicht. Ich
hoffe, dass die Hoffenheimer in der Rückrunde mehr Punkte holen.“

… ZUR THEMA VIDEOSCHIEDSRICHTER: „Man muss es testen und dem eine
Chance geben. Die Torlinientechnik ist soweit getestet, dass man sie
problemlos einsetzen kann. Ich gebe aber zu bedenken, dass mögliche
Unterbrechungen sich möglicherweise auf die Netto-Spielzeit auswirken.
Das Spiel darf auf jeden Fall nicht darunter leiden.“

… ZU RALPH HASENHÜTTL: „Selbstverständlich bin ich stolz auf ihn.
Was die aus ihren Möglichkeiten machen, das finde ich sensationell.“


RALPH HASENHÜTTL (TRAINER FC INGOLSTADT) …

… ZUR OFFENSIVSCHWÄCHE SEINER MANNSCHAFT: „Das ist für die Medien
ein größeres Thema als für mich. Wenn wir mit elf Toren wieder 20
Punkte holen, dann unterschreibe ich das sofort.“

MARTIN KIND (PRÄSIDENT HANNOVER 96) …

… ZUR FRAGE, OB THOMAS SCHAAF AUCH EINEN KONTRAKT FÜR DIE 2. LIGA
BESITZT: „Bei einem möglichen Abstieg würde der Vertrag enden.“

… ZUR BEDEUTUNG EINES MÖGLICHEN ABSTIEGS: „Das ist unvorstellbar,
das wäre für mich desaströs und der Super-Gau. Sollten wir den
Klassenerhalt nicht schaffen, dann hätten wir relativ viel Geld
vernichtet. Das wir aber nicht passieren und das ist entscheidend.“

SKY-EXPERTE MARKUS MERK …

… ZUM RÜCKTRITT VON DFB-SCHIEDSRICHTER-CHEF HERBERT FANDEL: „Man
muss es respektieren. Das ist ein harter Job als Schiedsrichter-Chef.
Aber es gibt natürlich noch mehr Faktoren. Auch in diesem Jahr scheiden
wieder einige sehr erfahrene Schiedsrichter aus. Der Aderlass ist sehr
groß und die Situation wird immer schwieriger. In den letzten Jahren
hat man es verpasst, mehr Nachwuchs schneller an die Spitze zu bringen.
Dazu wird die Kritik am Chef immer größer. Das ist keine einfache
Situation für Herbert Fandel.“

… ZUM GERANGEL ZWISCHEN HERBERT FANDEL UND HELLMUT KRUG: „Auch wenn
beide es dementieren, das ist durchaus ein kleiner Machtkampf. Der ist
auch geprägt durch die Komponente DFB mit Herbert Fandel einerseits und
DFL mit Hellmut Krug andererseits. Zwei Menschen, die durchaus die Macht
suchen, sollen miteinander ein funktionierendes System integrieren. Das
ist eigentlich unmöglich. DFB und DFL müssen im Sinne der
Schiedsrichter und des Fußballs über eine gemeinsame Lösung
nachdenken.“

… ZU BABAK RAFATIS MOBBING-VORWÜRFEN IN RICHTUNG HELLMUT KRUG: „Das
sind absolut harte Vorwürfe, denen ich mich in diesem Maße nicht
anschließen werde. Wenn man etwas von der Bildfläche verschwunden ist,
dann muss man immer aufpassen, dass man nicht wieder ein neues Podium
sucht. Das ist insgesamt zu viel. Aber eines ist Fakt: Es stimmt nicht
mehr in diesem Umfeld. Die Schiedsrichter sind insgesamt unzufrieden, da
ist Handlungsbedarf da. Respekt vor denen, die diese Ämter
ausführen.“

… ZUR FRAGE, OB ER SICH EINE LEITENDE POSITION IM SCHIEDSRICHTERWESEN
VORSTELLEN KÖNNTE: „Viele stehen in den Startlöchern, denen werde
ich mich nicht anschließen. Ich bin ja glücklicherweise nicht
jobsuchend. Dort, wo man Kompetenz schätzt und meine Person sucht, da
bin ich zumindest immer beratend dabei.“

Über Felix Christmann