Bundesliga

„Unmenschlicher“ Rebic sorgt für historischen Eintracht-Moment

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Der sensationelle Erfolg im DFB Pokal-Endspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München (3:1) wird vor allem mit Ante Rebic in Verbindung gebracht. Der „Faktor Rebic“ hat den Unterschied ausgemacht, der Kroate war in den entscheidenden Momenten hellwach und erzielte einen Doppelpack. Lob gab es später von den Mitspielern.

Plötzlich wurde es ganz leise im weiten Rund des Olympiastadions an diesem milden, frühsommerlichen Abend um rund 21.40 Uhr. Rebic hatte den erneuten Führungstreffer erzielt und lief auf die Fankurve zu, doch auf dem Spielfeld wurde diskutiert, die Tormusik unterbrochen und Schiedsrichter Felix Zwayer bewegte sich zu seinem Monitor nach draußen. Überprüfung des Treffers: Gab es zuvor ein strafbares Handspiel von Kevin-Prince Boateng? Nach wenigen Sekunden brachen die Frankfurter erneut in Jubel aus: Der Treffer zählte und Rebic krönte seine überragende Leistung.

Sonderlob der Mitspieler

„Der ist für mich kein Mensch“, drückte Marius Wolf gegenüber der Sportschau seine ganze Anerkennung aus. Rebic machte in den rund 97 Minuten in der deutschen Hauptstadt aus vergleichsweise wenig enorm viel. Beide Treffer waren ein Beleg seiner Qualitäten: Vor dem 1:0 war er es, der den Ball im Pressing eroberte und nach einem Doppelpass mit Kevin-Prince Boateng eiskalt abschloss. Beim 2:1 erahnte er den langen Ball und nutzte seinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Mats Hummels gnadenlos aus.

Effektivität pur

„Aus zwei Chancen hat er zwei Tore gemacht! Das ist die Effektivität, die du brauchst, wenn du gegen Bayern gewinnen willst“, lobte Marco Russ. Dabei hat Rebic mit Blick auf die nackten Zahlen wenig mit dem Endspiel zu tun gehabt: 28 Ballkontakte, viele Zweikämpfe verloren und auch im Passspiel kaum eingebunden. Doch in den entscheidenden Momenten war er da und sorgte für einen Moment, der ihn direkt in die Geschichtsbücher des Klubs manövriert.

Rebic als „neue Legende“

Die Eintracht, die den Umgang mit ihren Legenden hegt und pflegt und auch diesmal vor dem Pokalendspiel mit Lajos Detari – Siegtorschütze – und Uli Stein zwei Stützen des letzten Sieges 1988 in die Kurve schickte, hat mit Rebic ein neues Gesicht erhalten, der diese Ahnengalerie des Klubs fortführen wird. Kumpel Boateng drückte nach Spielschluss aus, welch einen Augenblick der Stürmer dem Verein und die Mannschaft beschert hat: „Ich habe davon geträumt. Der Moment, als der Schiedsrichter abpfiffen hat, war eines der schönsten Gefühle meines Lebens.“ Vor allem dank Rebic, dem Kämpfer der Hessen in vorderster Reihe.

 

Über Christopher Michel

Christopher Michel arbeitet hauptberuflich als Journalist und ist u.a. für die Sportabteilung des Hessischen Rundfunks tätig. Für fussball.news ist er insbesondere als Reporter vor Ort für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und die deutsche Nationalmannschaft zuständig. Er ist Autor eines Buches über Eintracht Frankfurt ("Launische Diva", riva-Verlag), das hier bestellt werden kann: https://bit.ly/2J6EynZ

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