England

Uwe Rösler: Wird schwer für Pep, Fuß zu fassen

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München – Viereinhalb Jahre spielte Uwe Rösler bei Manchester City und lebt noch heute in der Stadt. Pep Guardiola prophezeit der Ex-Profi einen schwierigen Start in England. Die Bundesliga sieht im Vergleich mit der Premier League gut aufgestellt.

„Brutal schwer, Fuß zu fassen“

Dass Pep Guardiola in der kommenden Saison Manchester City trainieren wird, ist mittlerweile sehr wahrscheinlich. Für Ex-Profi Uwe Rösler wird das Engagement bei den Skyblues aber nicht zum Selbstläufer für den Erfolgscoach aus Spanien. „Es ist allgemein brutal schwer für Spieler und Trainer, in der Premier League sofort Fuß zu fassen, wenn man aus einem anderen Land kommt mit einer anderen Sprache und Fußball-Kultur“, sagte Rösler der Sport-Bild. Die Premier League sei einzigartig und aufgrund ihrer Ausgeglichenheit so schwer zu gewinnen ist wie keine andere Liga.

„Klopps Spielidee passt nach England“

Auch Jürgen Klopp merkt gerade, wie schwer es in England ist. Rösler ist aber überzeugt, dass die Spielidee des ehemaligen BVB-Trainers Erfolg haben wird. „Das Sommer-Transferfenster wird entscheidend sein“, glaubt der 47-Jährige. Bislang sei es nicht Klopps Kader. „Klopp hat von Pass- auf Umschalt- und Hochtempo-Fußball umgestellt. Ihm wird das Geld zur Verfügung gestellt, um die Spieler zu holen, die er dafür braucht“, ist sich der ehemalige Mittelstürmer sicher.

Bundesliga Paradies für Talente

Die Bundesliga müsse sich nicht vor der Premier League verstecken, sagt Rösler. Für England sprächen die breite Spitze und die Spannung. Dafür sei die Stimmung in Deutschland besser und die Liga ein Paradies für Talente. „Für die Nationalmannschaft ist die Struktur des deutschen Fußballs perfekt. Vielleicht gehen die absoluten Topspieler nicht alle in die Bundesliga, aber Spieler mit 18, 19 oder 20 Jahren bekommen die Chance zu spielen. Das ist erfrischender, authentischer Fußball“, sagte Rösler.

Wenig Rücksicht auf Nationalteam in England

Einen Ausverkauf der Bundesliga sieht er nicht. „Die guten Spieler wissen, was sie an der Bundesliga haben und welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt. Nicht jeder Spieler ist geeignet für die englische Liga.“ Die Premier League nehme wenig Rücksicht auf Nationalmannschaft oder die unteren Ligen, meint Rösler. „Der Druck ist so enorm, dass wenige Trainer an die Entwicklung eines einzelnen Spielers denken und ihm eine Leihe ermöglichen. Ihnen geht es um die kurzfristigen Resultate“, sagte er der Sport-Bild. Sofern der Hauch einer Chance bestehe, dass er den Spieler noch in seiner Mannschaft für fünf Minuten brauche, behalte der Trainer ihn. Die Konsequenz: „Da geht unheimlich viel Talent verloren.“

Über Carsten Ruge

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